SYSTEM:           GameBoy Advance
ENTWICKLER:
Square

GENRE:             RPG
SPIELER:          1 Spieler
HANDBUCH:    Mehrsprachig
Speicher:           Batterie

SCHWIERIGKEIT:    2-7
SECRETS:                JA
SPRACHHÜRDE:    Keine
PREIS:                       ca.40 Euro
TERMIN:                     Erhältlich

Dieser Testbericht wurde geschrieben von Kilian Pfeiffer am 14.04.2004


CHEATS: NEIN
KOMPLETTLÖSUNG: JA
TIME TRIAL / SCORES: NEIN

Rollenspiele sind ein allgemein beliebter Bestandteil im Mag'64, vor allem Matthias ist in diesem Fach besonders gezeichnet. Spiele im Stile eines "Golden Sun" samt Komplettlösung gehen auf sein Konto, demnach ist es freilich ein hartes Stück, eine potenzielle Softwareperle von ihm abzuluchsen. Umso erfreuter war ich, als mir unser Chefredakteur das O.K. für den Test zu "Sword of Mana" gab. Ein episches Abenteuer, voll gepackt mit diversen Features, das den wahren Rollenspiel-Fanatiker vor Verzückung in die Luft springen lassen würde. Zwar hat das Spiel schon einige Jahre auf dem Buckel - was vor allem den technischen Aspekt trifft - dennoch erwartet uns ein Leckerbissen, der im Gesamten außerordentlich gut ankommt. "Golden Sun" ist zwar immer noch die Perle unter den GameBoy Advance-Umsetzungen, einen Kauf ist "Sword of Mana" aber dennoch wert. Besonders die Story des Spieles ist wunderbar in Szene gesetzt: ausgiebige Sequenzen spannen die Geschichte fort, ständig erwarten den Spieler Storywendungen, die man so nicht erwartet hätte. Insbesondere der Manabaum spielt in unserer Geschichte eine spezielle Rolle, da dieser einstmals Hüter über das gesamte Leben war. Eine lange Zeitspanne verging, bis ein dunkler Herrscher, Vandole, das Reich betrat und die Macht des Manas missbrauchte. Doch herrschte weiterhin das Gute in einigen übrig gebliebenen Seelen - genau jene waren es, die sich der Finsternis in den Weg stellten. Nachdem in den Welt wieder Ruhe eingekehrt war, schwanden die Erinnerungen an die Kraft des Manas - Zeit für das Böse, erneut nach der Macht zu greifen. In genau dieser gefahrvollen Zeit beginnt unser Abenteuer, Euch als Spielern bleibt die Wahl zwischen einem weiblichen beziehungsweise männlichen Charakter, den Ihr während des Spieles durch die Welt führt. Unser Held ist der Sohn des Konsuls des Granz-Imperiums, dessen Eltern vor vielen Jahren durch den Schattenherrscher zu Tode kamen. Auf Rache aus, würde unser Held alles geben, den Tod seiner Eltern entsprechend zu sühnen. Ebenso könnt Ihr Euch in der Haut unserer hübschen Heldin aufmachen, um für Gerechtigkeit in den Weiten der Landschaft zu sorgen. Als Nachkomme des einst mächtigen Manavolkes, werden all jene, die diesem angehören, als "Ketzer" verurteilt und dementsprechend gejagt. Im Spiel selbst werdet Ihr nicht nur bei einem steuerbaren Charakter bleiben, vielmehr stößt schon nach kürzester Zeit unser/e Held/in auf Euren Charakter, jedoch verschwimmen Eure Spuren mit der Zeit wieder in der Endlosigkeit des Landes. Des Öfteren trefft Ihr weitere Weggefährten, die Euch begleiten und teilweise hilfreich zur Seite stehen. Doch wie in unseren Tests üblich, wollen wir uns zuerst dem Allgemeinen widmen. Das Spiel selbst strotzt nur so vor Text, sämtliche Zwischensequenzen sind mit Untertiteln unterlegt, ebenso haben ausnahmslos alle Bewohner des Reiches Euch etwas mitzuteilen.


Zu Beginn des Spiels habt Ihr die Wahl zwischen der französischen sowie deutschen Sprache zu entscheiden, auch die Anleitung präsentiert sich in besagten Landessprachen. Das Hauptmenü zeigt Euch insgesamt drei Menüpunkte auf, die Euch ein "Neues Spiel" erlauben, ein bereits gespeichertes "Spiel laden" lassen sowie die Option des "Link" spendieren. Zu Letzterem später im Text mehr. Nachdem Ihr Euch für einen der zwei verfügbaren Charaktere entschieden habt, startet Ihr direkt im Spiel, dass Euch sogleich die Richtung für den weiteren Verlauf vorgibt: actionhaltige Kämpfe gepaart mit Attributen, die gesteigert sowie einer Menge an Unterredungen, welche geführt werden wollen. Um im Spiel selbst vorwärts zu kommen, seid Ihr auf Informationen der Einwohner des Landes angewiesen. Ohne derartige Mitteilungen seid Ihr teilweise aufgeschmissen, speziell unscheinbare Hinweise sind häufig der Schlüssel zum Erfolg. Achtet also genau auf das Gesagte, lieber sprecht Ihr Personen ein zweites Mal an, als dass Ihr etwas Wichtiges womöglich überseht. Neben dem roten Faden, der sich durch das komplette Abenteuer hindurch schlängelt, erhaltet Ihr von der ein oder anderen Person einen Auftrag, der zwar nicht zwingend erledigt werden muss, Euch dennoch attraktive Belohnungen zukommen lassen kann. Beispielsweise sollt Ihr einen wichtigen Gegenstand zu einem Bekannten bringen, oder aber Ihr werdet gebeten, insgesamt fünf Rechnungen von unterschiedlichen Personen einzutreiben. Da in einem derartig komplexen Spiel auch Kämpfe mit allen möglichen Bestien (119 an der Zahl!) nicht fehlen wollen, ist das Kampfsystem ein Interessantes. Neben drei verschiedenen Angriffseigenschaften (schlitzen, stoßen, schlagen), sind vor allem die Waffen an und für sich von besonderem Interesse. Anfangs ist Euer Held nur mit dem Schwert unterwegs, eignet er sich während seiner Reise eine Vielzahl weiterer Waffengattungen an. Neben einer Klaue, erhaltet Ihr schon zu Beginn die Kette mit welcher Ihr Spalten und dergleichen problemlos überwinden könnt - eine Verankerung vorausgesetzt. Auch Fernwaffen wie der Bogen sind verfügbar, Sichel sowie Axt erweitern das Repertoire weiterhin. Gut gelöst wurde die Art und Weise wie Waffen in ihrer Durchschlagskraft verbessert werden können. Umso häufiger Ihr ein Angriffsgerät im Kampf einsetzt, umso höher steigt dessen Stufe und die daraus resultierende Wirkung. Alle Fehden laufen in Echtzeit ab, Rundentaktiker sind bei "Sword of Mana" daher fehl am Platz. Für besiegte Monster erhalten Eure steuerbaren Gefährten Erfahrungspunkte, welche Euch wiederum in höhere Levelstufen katapultieren. Seid Ihr eine Stufe aufgestiegen, habt Ihr nun die Chance einen von fünf Klassentypen zu wählen (beispielsweise Kämpfer, Klerikerů), wobei ein bestimmter Typus nur spezielle Attribute (Angriff, Abwehr, Intelligenz, Weisheit, Geschicklichkeit) ansteigen lässt.

So erhöht Ihr als "Kämpfer" zwar Eure Lebenspunkte oder aber den Angriffswert Eures Charakters, "Kleriker" hingegen erweitern eher den Bereich der verfügbaren Magiepunkte. Demnach liegt es an Euch, inwiefern sich Euer Charakter in eine bestimmte Richtung entwickeln soll, ein Mittelmass erweist sich hier wieder einmal als geeignetste Lösung, um im Spiel gute Karten zu haben. Neben dem Einsatz von Waffen im Kampf erweisen Euch des weiteren auch Manageister nützliche Dienste, die Euch entweder durch Hilfsmagie (unter anderem Verbesserung der Geschicklichkeit, größere Angriffskraft), oder aber durch Angriffsmagie (zerschmetternder Erdschlag, Feuersbrunst) unterstützen. Abhängig davon ob Ihr die "R"-Taste nur kurz antippt oder länger gedrückt haltet, entscheiden Eure Gefährten (ein Druck auf "SELECT" wechselt zwischen diesen hin und her) unter vorher genannten Unterstützungsweisen. Im Laufe des Spieles schließen sich Eurer Gruppe immer mehr Manawesen an, die für Euch Alltagsproblemchen lösen, ohne die Ihr kläglich scheitern würdet. Gaius beispielsweise zerstört eine Euch hindernde, magische Barriere ohne mit der Wimper zu zucken. Auch alle weiteren Helfer (Illumi, Umbra, Luna, Vesuvio, Aquaria, Palmeria, Orka) stehen Euch stets zu Diensten und können auf Knopfdruck eingesetzt werden - vorausgesetzt Ihr habt eine ausreichende Anzahl an Magiepunkten. Wenn dem nicht so ist, sollte sich Eure Gruppe ein ruhiges Örtchen suchen, um zu meditieren ("L"- und "A"-Taste), oder aber Ihr helft mit speziellen Items nach, die Ihr entweder in den zahlreichen Kisten findet, die in der Gegend herum stehen oder von Feinden hinterlassen werden. Gleichzeitig sind so gut wie alle Objekte beim fliegenden Händler, sowie in den zahlreichen Läden der verschiedenen Ortschaften käuflich zu erwerben. Demnach sollte es für Euch kein großartiges Problem darstellen, an eine hinreichende Anzahl von Bonbons (Lebenspunkte plus 30), Heilgemüse (Vergiftungen/Degenerierungen werden geheilt), Sternkraut (negative Statuseffekte werden geheilt) und ähnlichem zu kommen. Objekte spielen überhaupt eine wichtige Rolle in "Sword of Mana", da mit diesen auch Eure Ausrüstungsgegenstände veredelt werden. Mit Hilfe von Rohmaterialien, Früchten sowie Gemüsesorten kann der Schmied, welcher sich im Kaktushaus (kann an vielen Orten im Spiel errichtet werden) befindet, Eure Waffen/Rüstungsteile dauerhaft in ihren Eigenschaften verbessern. Viele Accessoires wie Ringe erhöhen nach dem Anlegen bestimmte Statuswerte und können nach Belieben durch ein anderes Hilfsobjekt ausgetauscht werden. Ebenso unterstützend wie die Waffen im Kampf, ist "Popois Notizbuch", dass Euch Einblick über alle Monstertypen und deren Stärken sowie Schwächen gewährt, die Euch im Laufe des Spieles begegnen könnten, auch die Weltkarte sollte von Interesse sein, da Ihr hier die Möglichkeit habt, alle bereits besuchten Landstriche mit ihren Namen anzusehen, um Euch besser orientieren zu können.


Extrem nervig und völlig unausgereift ist die künstliche Intelligenz (KI) Eures Begleiters: ständig bleiben sie an Felsvorsprüngen hängen oder verschwinden teilweise komplett aus dem Sichtfeld. Eine unterstützende Wirkung kommt hiermit wirklich nur bedingt auf, das "NSC-Verhalten" (Nicht-Spieler-Charakter) ist zwar änderbar (zurückhaltend oder aggressiv, Waffenkampf oder Magie), schlecht umgesetzt wurde dies aber allemal. In der heutigen Zeit kann man es als vollkommen unzureichend deklarieren. In der Landschaft verteilt findet Ihr immer wieder spezielle Manastatuen, an denen Ihr Euren Spielfortschritt abspeichern dürft, teilweise - abhängig von der Farbe - füllen diese auch Eure Lebens- sowie Magiepunkte. Kommt Ihr an einer bestimmten Stelle nicht mehr weiter, könntet Ihr ein kleineres Problem kriegen. Zwar erhaltet Ihr zumeist die Infos im Gespräch mit anderen Charakteren, überlest Ihr sie oder achtet einfach nicht richtig darauf, kann es schon einmal sein, dass Ihr ohne Ziel durch die Lande strebt und kleinere Hindernisse Euch grundlos aufhalten. Vor allem der Umfang von "Sword of Mana" ist enorm, in Verbindung mit der zu schreibenden Komplettlösung ist die Zeit der zwischenmenschlichen Beziehungen vorerst auf Eis gelegt ;-) . So schlimm ist es zwar noch nicht, dennoch eine Aufgabe für sich und für mich ein Novum, eine Lösung zu einem Rollenspiel zu schreiben. Grafisch geht das Spiel voll in Ordnung, dennoch merkt man ihm an, dass es nicht neu für den Handheld programmiert wurde - ein "Golden Sun" ist immer noch eine Klasse für sich, speziell die Detailfülle ist bisher unübertroffen. Unterschiedliche Landschaftsstriche versorgen Euer Auge mit Abwechslung, die Vielzahl an Feinden sowie Bossgegnern ist enorm. Besondere grafische Spezialeffekte vermisst Ihr hingegen in "Sword of Mana". Um das Spiel atmosphärisch zu gestalten, spendierte man ihm eine Fülle an Musikstücken, die jedoch nur bedingt überzeugen. Ins Ohr geht beinahe keine von ihnen, nervig für Euer Gemüt sind sie hingegen auch zu keiner Zeit. Einen wirklichen Multiplayer vermisst man leider in "Sword of Mana", vielmehr könnt Ihr Eure Spielstände in der so genannten Amigo-Liste verewigen, um diese dann bei Amigoattacken im Kampf einzusetzen. Je mehr Spielstände Ihr gesammelt habt, desto wirkungsvoller werden Eure Amigoattacken im Kampf. Da Rollenspiele schon immer eine Sache für sich und nichts für Zwischendurch sind, sollten Gelegenheitsspieler erst einmal ein Probespielchen wagen, waschechte Liebhaber, die "Golden Sun" 1 und 2 bereits zu Ende gespielt haben, müssen einfach zugreifen. Zwar ist das Spiel technisch ein wenig in Rückstand geraten, das NSC-Verhalten zeitweise nicht zu vertreten. Das Kampfsystem ist gut umgesetzt, die Komplexität - vor allem die der Manageister - ist bei weitem nicht so ausgeklügelt wie das Djinn-System in einem "Golden Sun". Freunde von Rollenspielen müssen jedoch einfach zugreifen. Vor allem der Spielumfang wird Euch auf lange Sicht hin reichlich Spielspass bieten.

PLUS - MINUS LISTE

+ großer Spielumfang
+ viele Monstertypen
+ ausbaubare Statuswerte
+ viele Zwischensequenzen
+ Sidequests
+ viele Objekte, die benutzt werden können

- dumme KI
- technisch nicht auf dem neuesten Stand
- keine Innovationen, da schon einige Jahre alt

ZUSATZINFOS / LINKS

- Publisher Nintendo

 

KONKURRENZ

- Shining Soul 2
- Baldurs Gate DA
- HdR: Die Rückkehr des Königs
- HdR: Die Gefährten
- Golden Sun 2
- Shining Soul
- HdR: Die Zwei Türme
- Dungeons & Dragons
- Dokapon
- Medabots Rokusho Ver.
- Medabots Metabee Ver.
- Breath of Fire 2
- Breath of Fire
- Golden Sun
- Tactics Ogre

WERTUNG

GRAFIK:
77%

MUSIK/SOUNDEFFEKTE:
75%

MULTIPLAYER:
--

GESAMTWERTUNG:
83%

 

Meinungen, Anregungen und sonstiges zum Test bitte an info@mag64.de

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