Leserbrief zum Thema des Monats Mai

Von Matthias Schmäh.

Hi,

i sog moil, son Internätzugang, isch wien Ärbeg beim Audo, denn den benutz ma schliesli au nur oimol, oder?

Ich muß erst einmal sagen, isch abe gar gein Dreamcast, Seniorinaaa.

Genaaauuu, wie muß ich mir denn das vorstellen. Ich z.B. schließe mein NINTENDO 64 an die Steckdose an. Für das Bild, an meinen Farbfernseher (ja genau man sagt immer noch FARBFERNSEHER oder FARBFERNSEHGERÄT). Für den Ton, an meine Hi-Fi Stereoanlage. Oder irgendwie andersrum. Dann stecke ich das Spielmodul korrekt in mein NINTENDO 64 und schalte danach ein. Den Controller nicht vergessen und es geht los. Ich spiele Videospiele, wunderbar, geil, cool, brutal und für alle Mario Party Freunde zuckersüß. Stop!!! Nicht vergessen, ja richtig, der Farbfernseher muß natürlich vorher mit der batteriebetriebenden Infrarotfernbedienung erst auch noch eingeschaltet werden.
Ich möchte aber jetzt nicht auf alle Details eingehen, wie z.B., daß ich dann noch auf Video Eingang 2 und bei meiner Hi-Fi Stereoanlage irgendwie auf AUX schalten muß. Ok, ok, ok, das alles geht auch viel einfacher, ich muß ja nicht den Ton über die Hi-Fi Stereoanlage anschließen und [. . .] Doch beim Dreamcast reichen all diese Maßnahmen nicht aus, neeeiiin, ganz im Gegenteil, ich muß da noch viel viel, wirklich vielvielmehr und nochmals vielmehr machen, nur um in den Genuß von einem Spiel zu kommen. Ja, ich bin noch kein Kettenspieler, ein oder zwei vielleicht auch drei Spiele reichen mir am Tag völlig aus, ok zusammen mit Freunden mach ich schon mal ne Außnahme, aber wie gesagt ich bin noch lange kein Kettenspieler. Ächts. Also beim Dreamcast brauch ich noch so ne Telefonbuchse und ein Modem, denn sonst geht da garnichts.

Was soll denn das, hier findet doch offensichtlich ein Rückschritt statt. Bei dem NES und SNES, da gab es zwei interne Controlleranschlüsse, zwar mit nem Adapter ein paar oder zwei paar mehr, vielleicht auch drei paar oder vi [. . .]
Das NINTENDO 64 brachte gleich vier Anschlüsse mit sich. Toll, juhuuu, man kann jetzt mit drei weiteren Singleplayern playern also man playert Multiplayer mit Multplayernsingles, hauptsache man schaut den anderen beim Verlieren zu und lacht sich fast DOOFTOT. Jedenfalls man hat Action, Fun, Spaß, ENTERTAIMENT. Das Videospielen wird zum großen Event im Zimmer und das Beste ist, alles ohne Werbeunterbrechung. Doch bei der Alptraumkiste hat man zwar auch so' n Multiplayer, laut Werbung von Sega aber: Multiplayer an der Konsole, kenn ich nicht, ich mach das alles über Internet und die Grundgebühr ist auch schon drin.

Aber geht das alles wirklich auch zum ORTSTARIF ??? 0190 000 000. DAS IST (für den schnellsprechenden kontaktscheuen Segafan) SUPERMEGADRIVEGEIL.
Tja, so'n Internetzugang ist wirklich langweilig, für mich jedenfalls, weil, was soll ich damit, ist doch wahr, also wirklich, genaugenommen, nur um die gleichen Funktionen, also das Spielen mit Freunden dann eben mal so (wie immer in Deutschland KOSTENGÜNSTIG) über das WWW auszuüben??? Da bringt doch das Telefonieren (egal mit wem) noch mehr Action. Und die Weitergabe von Highscores im Internet durch die Konsole, ist doch wohl die schlimmste Erfindung seit es Schokola... äh ...ich sag nur Dexdrive und das ist wirklich ein gutes Produkt. Und auch nur zum Surfen, da brauch ich doch keine Konsole, das geht auch ohne, oder hab ich in den letzten Wochen zuviel NBC GIGA im Farbfernsehen geglotzt?
SEGA hat zumindest die Alptraumkiste mit dem Internetoptionsmodemtelefonfaxhandytamagotchi und eingebauter alzheimerverseuchter Klimaanlage nur erschaffen, um damit einen NEUEN Trend zu erfinden, der so spaaaaaannend, spontaaaaaaan, frisch und beläääbend ist, wie eine Talkshow im deutschen Farbfernsehen!

MFG
:-) Matthias Schmäh

Magazin64@aol.com