
Von
Oliver Mühleisen.
Das Februar-Thema ist wirklich sehr brisant. Es spricht nämlich mehr oder
weniger direkt das Thema "Kopien" von N64-Spielen an. Mit Absicht vermeide ich
den Ausdruck "Raubkopien", denn für den eigenen Gebrauch ist eine Kopie lt.
Gesetz erlaubt. Dennoch scheinen einige - darunter viele asiatische - Hersteller
einen Markt für Kopiermaschinen für die N64-Module entdeckt zu haben. Anfänglich
noch bei so ca. 1000 DM sind die Preise aber auf ungefähr 700 DM bis 800 DM
gefallen. Liegt es vielleicht an der Existens eines Adapters (Emulators ?),
welcher seit ein paar Tagen erhältlich ist und N64-Spiele auf einem PC in
höchster Qualität laufen und damit auch ganz einfach kopieren läßt ? Ich glaube
nicht. Vielmehr scheint die Nachfrage doch nicht so groß zu sein. Denn auch die
im Handel befindlichen Kopiermaschinen brauchen regelmäßige Updates und die
Frage von Garantie oder Reperatur wird im keinen Prospekt erläutert. Der Versand
erfolgt oft von Östereich aus und da gibt es immer noch eine gesetzliche
Schranke.
Natürlich juckt es einen, wenn man sich vorstellt, dass ca. 12 kopierte Spiele
die Anschaffungskosten dieser speziellen Modulkopiermaschine abdeckt. Auch die
Vorstellung, dass so ca. 10 Spiele auf eine Zipp-Diskette passen scheint
verlockend. Der Kopierschutz ist bei N64-Modulen relativ schlecht. Die
Hersteller scheinen nur auf die Importe bzw. deren Verhinderung ein Augenmerk zu
haben, die eingebauten Schutzvorrichtungen sind oft mit einem Update umgangen
und der "Spaß" kann losgehen - fast umsonst und ohne Probleme was NTSC/PAL bzw.
Ländererkennung angeht.
Aber genau da möchte ich einhaken. Selbst wenn es heute kaum jemanden mehr
abschreckt, dass er sich strafbar macht und bis zu 5 Jahre Haft bekommen kann,
eines muß man sich klar machen: Spiele wie Zelda, Golden Eye oder Turok würden
in relativ kurzer Zeit nie wieder einen Sequel haben. Die Vertreiber und
Hersteller haben genug mit den - im Vergleich zu CD-ROM - höheren Kosten zu
kämpfen. Eine CD-ROM kostet zum Herstellen 60 Pfennig ! Ein Modul 5 Deutsche
Mark ! Verkaufsgiganten wie Sony etc. verlieren hunderte von Millionen Dollar im
Jahr durch Raubkopien. Sony geht daran nicht kaputt - die Third Party Entwickler
aber schon. Die Folge: kaum mehr neue und vorallem gute Spiele für eine
Modulkonsole ! Und damit das Aus für den Nintendo64 ! Alleine an Zelda haben
über 50 Programmierer mehrere Monate bzw. Jahre gearbeitet. Das N64 tut sich eh
schon schwer genug mit der Einschränkung der modularen Speicherträger. Nun auch
noch der Kampf gegen Raubkopien. Dies bedeuted doch Wasser auf den Mühlen der
Gegner der sog. "Nebelmaschine" Nintendo64.
Sicherlich wird dessen Nachfolger keinen Modulschacht mehr haben. Massenspeicher
wie die DVD (bald auch wiederbeschreibbar) oder spezielle magnetische Speicher
mit großer Kapazität werden wohl Einzug in die Nintendo-Konsole ab dem Jahr 2001
finden. Kauft man sich nicht ein N64, um damit gute oder sehr gute Spiele zu
spielen ? Qualität ist teuer und braucht Zeit, das gilt auch für Software. Bei
der PSX gibt es massig Beispiele dafür.
Wer kurzfristig Geld sparen möchte, der fährt vielleicht gut mit einer
Kopiermaschine - egal welcher fadenscheinige Grund von den Herstellern
vordergründig propagiert wird - doch diese Leute werden in kürzester Zeit sich
eine neue Konsole kaufen müssen - denn Spiele wird es für die alte nicht mehr
lange geben.
Wenn die Ehrlichen aber mal wieder die Dummen sein sollen, dann soll mir aber
keiner dieser besagten Leute unterkommen. Bewaffnet mit einer Deku-Nuß und
meinem Master-Schwert gibts aber dann einiges auf die Socken !!!!
In dem Sinne wünsche ich jedem Nintendo-Spieler viel Spaß beim Spielen des
Original-Moduls und den anderen massig Abstürze !
Oliver Mühleisen
Hallo Matthias