Leserbrief zum Thema des Monats Oktober

Von Oliver Mühleisen.

Hallo Matthias

"Wir grüßen Flipper, Flipper - bald wird er kommen. Jeder kennt ihn, den klugen Dolphin !" So oder ähnlich ist es manchem wohl ergangen, als er den Projektnamen des Nachfolgers zum NINTENDO 64 erfahren hat. Was erwartet man nun von diesem Nachfolger. Hmm - als erstes wohl, dass die Softwareunterstützung wesentlich besser von Anfang an läuft, als beim Vorgänger. Dieser kommt so richtig erst am Ende seiner Lebensdauer in die Gänge. Angesichts der "Gegenspieler" schon fast Russisches Roulette, was sich BIG N da geleistet hat und auch zum Teil noch leistet. Sicherlich ergeht es der Playstation nicht anders und auch der Saturn von SEGA konnte erst gegen Ende seiner Produktion Toptitel aufwarten.

Die neue Hardwaretauglichkeit hängt entscheidend von der Software ab. Im Gegensatz zu Matthias erhoffe ich mir von der DVD als Speichermedium weitaus mehr, als nur gute und lange wie auch erstklassige Zwischensequenzen - die entgegen vieler doch das "Salz in der Suppe" darstellen. Die DVD bietet Speicherplatz noch und nöcher. So kann man einer zu hohen Kompremierung entgegenwirken und Sound wie auch Sprache haben eine klarere Verständlichkeit. Zwar zeigt Shadowman durchaus, dass auch auf einem Modul Sprache gespeichert werden kann - doch die deutsche Version hat dafür keine Rumble Pak Unterstützung. Weiterhin sind spielerische Sichtweiten bis an den Horizont möglich. Detailierte Texturen und realitätsnahe Darstellungen von Feuer, Wasser und Oberflächen sind mit dem Speichermedium DVD machbar. Der "Held" eines Spieles wird polygonreicher und genauer zu sehen sein. Mehrere Personen können gleichzeitig im Spiel agieren, ohne dass die Framerate zu Boden geht. Auch wäre nun erstmals das Beifügen von spielbaren und zukünftigen Demos möglich. Wer würde nicht gerne mal ein Blick auf Perfect Dark II werfen oder mal einen Blick in die Legion-Welt aus Shadowman II riskieren wollen ?

Sicherlich wird nur ein kleiner Teil der Spieler den Genuss von Dolby Digital oder gar DTS hören können. Wichtiger dagegen ist auch die Möglichkeit des Hardwareausbaus und auch die Online-Fähigkeit. Zur Zeit spielt sie nur eine untergeordnete Bedeutung. Wenn aber in knapp zwei Jahren der Dolphin in heimischen Gewässern ins Wasser springt, so ist dies sicherlich ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Allerdings wird im Vorfeld - wie immer - viel gesagt. Klar ist, dass meine Wäsche immer noch nicht vom Dolphin gewaschen werden kann und ich meine Getränke auch mit ihm nicht kühl und trocken lagern kann. Abseits dieser Komik ist es aber maßgeblich, dass der Dolphin nicht nur technisch sich auf der Höhe der Zeit befindet oder gar die PS 2 in dieser Hinsicht technisch überflügelt. Die Programmierer müssen diese Features auch nützen. Streaming Technologie und geschickte Levelgestaltung können ein Großteil der Ladezeiten neben einer schneller Zugriffszeit entscheidend verkürzen. Denn wenn man es genau betrachtet, so sieht man, dass die aktuellen und komplexen Titel auf dem N64 durchaus bereits heute mit dem Thema "Ladezeit" konfrontiert sind. Die Zeiten sind vorbei, wo ein N64-Spieler lächelnd und ironisch auf den PS-Spieler schielte - auch wenn dieser Vergleich (glücklicherweise) noch etwas weit hergeholt ist.

Der Spieler in mir erhofft sich mit dem Dolphin eine Hardware zu besitzen, die leistungsstark und ausbaufähig ist, ohne dass alle paar Wochen ein bestimmtes Spiel nur per Updateloading funktioniert. Eine Hardware, die in Bezug auf Grafik und Sound die die für den Preis maximal mögliche Ausrüstung und Grundvoraussetzungen bietet und wo das Marketing und der Support der Entwicklerfirmen von Anfang an richtig funktioniert. Die neue Nintendokonsole sollte m.E. nicht nur eine familientaugliche Konsole sein sondern die Bedürfnisse auch derer Spieler abdecken, die bereit sind mehr als 500 DM dafür auszugeben. Eine Konsole, die auch per add-on DVD-Spielfilme abspielen kann und DVD-Audio Musikgenuss pur liefern kann. Nur so wird dieser Delphin nicht in der Tiefe der europäischen Meere versinken und untertauchen, denn der Konkurrenz sind viele ... .

Oliver M.

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