RE: Der alte PSX-N64 Zwist

Leserbrief von Oliver Mühleisen.

Hallo

Warum hat am Ende das N64 gegenüber der PSX verloren ? Also ich finde nicht unbedingt, dass es den alten Konsolenkrieg verloren hat. Klar ist, dass das N64 praktisch kaum noch eine Rolle spielt, weder auf Messen noch bei den Verkaufszahlen. Allerdings hat es dem Spieler doch viele sehr gute games gebracht, die ich und andere nicht missen möchten. Trotzdem war das N64 am Ende der Verlierer. Dies hat meiner Meinung nach mehrere Gründe:

- Datenträgerproblematik (keine CD/DVD sondern Module)
- Hoher Kopierschutz
- hohe Entwicklungskosten bei den Spielen
- hohe Produktionskosten der Module
- Im Vergleich zu Sony ein weitaus schlechteres Marketing in USA/Europa
- Softwarenachschub in der Anlaufphase zu gering
- Software allgemein weniger an ältere (u. zahlungskräftigere) Spieler
ausgerichtet

Das Konzept war dennoch stimmig. Der Markt hat es aber nicht angenommen. Was nutzte es z.B. wenn Resident Evil 2 über ein Jahr nachdem es auf der PSX erschienen ist endlich als N64 Modul erscheint ? Die Preise für die Module sind einfach auch sehr hoch (bis zu ca. 130 DM oder wie bei Conker 180 DM) gewesen. Auch für Importfreaks war das N64 nicht unbedingt erste Wahl. Adapter halfen nur wenig oder gar nicht und waren dazu auch noch sehr teuer. Im Vergleich dazu kostete ein MOD-Chip für die PSX gerade mal 30 DM mit Einbau. Dieser ermöglichte auch dann noch das Abspielen von Kopieen. Doch das größte Problem war m.E. nach die Modultechnik an sich. Bis es endlich gelang, richtige FMV-Sequenzen einzubauen, war der "Krieg der Konsolen" bereits vorbei. Auch die abgekupferte Idee der "Platinium Edition" für vergünstigte Spiele für das N64 kam zu spät. Bedingt durch den Grafikspeicher (zuerst 4 MB dann mit Aufpreis 8 MB) war das N64 schnell als "Nebel64" abgehandelt und obwohl selbst die "Pixelstation" immer auch Probleme hatte, war die PSX aufgrund des Marketings bald eher die "coole" Konsole und war eben "in". Das N64 wurde auf Knuddelmario64 oder andere games reduziert. Aktuell kann man in den div. Foren auch lesen, dass bereits heute der Gamecube als "Kinder-Spielwürfel" bezeichnet wird und obwohl gerade die PS2 arg unter den Problemen von flüssiger, nicht flimmerndern Pixelgrafik oder häufigen Treppcheneffekten kämpft, ist diese dennoch mehr angesehen als der Cube, den es ja noch gar nicht zu kaufen gibt. Auch hier ist das Marketing von Sony besser. Man bezeichnet eben diese Qualität als "Third Place" und der Käufer nimmt dies scheinbar hin - für über 1000 DM (incl. Zubehör). Sicherlich hat auch die Dreamcast ihren Teil dazu beigetragen, die immerhin in Deutschland über ein Jahr lang viele gute games (auch online) bieten konnte, so dass manche sicherlich eher eine DC gekauft haben als ein N64. Dennoch hat der Cube alle Vorteile in der Hand, ich kann aber nur hoffen, dass Nintendo jetzt mal richtig loslegt und nicht wieder dieselben Fehler macht wie beim N64.

Gruß Oliver

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