
Antwort von
Silvana Durrer.
Ich freue mich, dass ihr das Thema mal aufgegriffen
habt. Die Meinungen über dieses Spiel gehen sehr weit
auseinander. Die einen betrachten es schon beinahe als
ihren Lebensinhalt, die anderen reklamieren vehement.
Bevor ich jetzt zu meiner Sichtweise komme, möchte ich
zuerst was anderes sagen. Tatsache ist, dass viele
dieser Pokémons total süss sind und sowohl Jungen,
Mädchen und auch adulte Menschen faszinieren. Nehmen
wir den Vorzeige-Pokémon Pikachu. Wenn er in der
Fernseh-Serie sein einfach allerliebstes "Pika...
Pikachu!!" ruft, erobert er doch das Herz der meisten
im Sturm. Selbst wenn die menschlichen Figuren noch so
dumm gezeichnet und auch nicht mit besonders viel
Intelligent ausgestattet wurden; man wird wieder
einschalten, um über Pika&Co. lachen zu können. Die
Pokémons sind einfach süss, und wohl kaum jemand wird
in diesem Punkt widersprechen.
Bleiben wir noch etwas bei der Fernsehserie. Eltern
ärgern sich darüber, dass ihre Kinder jeden Tag um die
selbe Zeit vor den Fernseher sitzen und sich diese
ach-so-gewaltfördernde Sendung reinziehen. Es gibt ja
sooo viel Mord und Totschlag und Blut zu sehen. Man
schiesst ja auch mit den allergefährlichsten Waffen
rum... Andererseits sitzt dann die Mutter hin, um sich
"Marienhof", "Verbotene Liebe", "GZSZ" u.a. anzusehen,
die ja pädagogisch so extrem wertvoll sind. All diese
Liebesszenen, tiefgründigen Geschichten und so
authentischen Probleme der Darsteller. Aber egal,
viele identifizieren sich mit diesen Soaps, sie müssen
sie jeden Abend sehen, oder sonst halt auf Video
aufnehmen.
Meine Frage jetzt: Soll den Kindern (und auch den
Erwachsenen, die noch ein bisschen Kind in sich haben)
dasselbe nicht gelassen werden? Sollen sie sich lieber
mit älteren Kollegen rumtreiben und ihre ersten
Erfahrungen mit Kiffen u.a. sammeln, je früher umso
besser? Weshalb lässt man den Kindern nicht diese
Freude? Viele sind schon am Morgen wieder in freudiger
Erwartung auf den Abend, wenn die nächste Folge der
süssen Monster kommt.
Ein immer wieder gehörter Einwand ist ja auch, dass
die Kinder ihre sozialen Kontakte vernachlässigten und
nichts anderes mehr machten, als zu gamen. Das mag in
den allerseltensten Fällen vielleicht zutreffen, aber
die Realität sieht wohl meist anders aus. Kinder, die
sonst nicht besonders akzeptiert und beliebt sind,
haben nun auch ein Gesprächsthema. Die Pokémons laden
aber auch sonst zum Diskutieren, Austauschen und
Spielen ein. Das ist ja besser, als wenn die Kinder
den ganzen freien Nachmittag mit lernen verbringen
müssen.
Klar hat das auch Nachteile, wenn die Kinder alles
andere stark vernachlässigen. Aber das wird wohl
selten der Fall sein. Die Eltern sollten schon zu
Beginn mal kontrollieren, ob sich die Kinder zu sehr
abkapseln. Aber ich bin keine Psychologin. Ich würde
mal sagen, ein einigermasses kluges Kind, sollte das
richtige Mass finden (und wenn nicht: jeder Trend
flaut bekanntlich mal etwas ab) und wird unterscheiden
können, was Realität ist und was nicht.
Aber Schluss jetzt. Ich finde die Pokémons total
lässig und herzig und nicht im Geringsten
gewaltfördernd.
Ich wünsche Pikachu und den anderen weiterhin einen
riesigen Erfolg und hoffe, dass der Trend noch lange
anhält. Ich gönne es Nintendo und all den anderen
Beteiligten.
PIKACHU FOREVER!
Silvana
Hallo Matthias!