Re: Nachdenkliches zum Pokemon Hype

Antwort von Matthias Engert (Mag'64).

Werte Frau Pohl

Zunächst einmal vielen Dank für die Zeilen und das wir sie veröffentlichen können. So möchte ich hier die Gelegenheit nutzen auf Ihre Denkanstöße einzugehen. Zunächst möchte ich dabei einmal kurz auf die Gründe des Erfolges der Pokemon eingehen. In meinen Augen fördern sie die Urinstinkte des Menschen. Man besitzt die Möglichkeit etwas aufzuziehen, zu sammeln und durch die eigene Spielweise zu entwickeln. Alles Dinge, die nicht nur Kinder gerne mögen, sondern auch Erwachsene. Was für mich den Erfolg in jeder Altersschicht erklärt. Und den hat Pokemon unbestritten auch bei Erwachsenen. Das Kinder dadurch aber manipuliert werden möchte ich nicht sagen. Würde man dieses Argument frei stehen lassen dürften auch keine Tele Tubbies, Barbies oder Matchbox in Kinderzimmern herumstehen. Recht gebe ich Ihnen das der Pokemon Hype bei Kindern einen in dieser Form noch nicht dagewesenen Hype verursacht hat. Aber wie bei allen Spielen wäre es zu einfach die Verantwortung auf die Spielefirmen oder Entwickler zu schieben. Vielmehr sind bei solchen Dingen auch die Eltern gefordert. Natürlich kann ein Spiel zur Flucht eines Kindes aus dem Alltag dienen, was aber aber an sich nichts ungewöhnliches ist. Jeder der spielt, egal wie alt tut dies. Das Kinder aber den Bezug zur Umwelt verlieren halte ich für übertrieben. Auch ich kenne einige Kinder die Pokemon spielen und solche Anzeichen wie von Ihnen beschrieben nicht zeigen. Vielleicht ist es wirklich ein Ausnahmefall. Um dies zu sagen fehlen auch Zahlen, obwohl es schon nachdenkliche Dinge rund um die Pokemon gibt. Da stimme ich Ihnen gerne zu. Gerade aus den USA hört man doch ab und zu durchaus erschreckende Dinge. Das die Pokemon aber Gewalt hervorrufen halte ich für falsch. Dies könnte man ebenfalls auf viele Spielzeuge münzen. Denken Sie nur an die vielen Action Figuren oder Spielzeugwaffen. Auch das die Kinder sich damit ihre Welt aufbauen halte ich an sich nicht für schlecht. Haben sie doch hier auch die Möglichkeit eigene Erfolge zu erreichen, bei denen die in ihren Augen Erwachsenen nicht mitkommen. Ich bin zwar weder Psychologe oder Vater, war aber schließlich selber mal ein Kind. Wenn natürlich nur Pokemon dazu dient das Selbstwertgefühl eines Kindes zu heben stimmt meiner Meinung nach etwas anderes nicht. Hier sind wir wieder beim Elternhaus. Auf jeden Fall ein Thema das man ernsthaft diskutieren kann. Ich freue mich auf eine weitere Diskussion und rege auch unsere Leser an sich hier zu beteiligen. Wenn Ihr auch die unterschiedlichsten Erfahrungen mit dem Pokemon Hype gemacht habt schreibt uns. Wir freuen uns drauf.

Grüße,
Matthias Engert
Mag'64

Magazin64@aol.com