
Leserbrief von
Oliver aus Gerlingen.
Beim Release des N64 wurde die Losung ausgegeben: "Quality not Quantity !". Nun,
das hört sich ja gut an. Am Anfang waren zwei Spiele zu haben. Neben PILOTWINGS
war dies eben SUPER MARIO 64. Nicht nur die noch junge N64-Fangemeinde war
erstaunt, was der graue Kasten aus einer Cartridge holen kann. Selbst im SPIEGEL
wurde SM64 gelobt und die Zukunf der Videospiele schien neue Wege zu gehen. Doch
blenden wir mal zum heutigen Software-Angebot. PILOTWINGS gilt selbst heute noch
als Grafik-Toptitel ! SM64 ist nicht nur ein Klassiker sondern auch noch heute
eines der besten Spiele, welches es für das N64 gibt. Manche Gurke wurde auf dem
N64 beheimatet. Ich denke da z.B. an JEOPARDY oder GLÜCKSRAD. Auch sind Spiele
wie CRUISING USA oder AERO FIGHTERS ASSAULT nicht gerade der Weisheit letzter
Schluß. Gäbe es nicht TUROK, DKR, MARIO KART oder natürlich GOLDEN EYE, so wäre
das N64 schon längst in der Versenkung verschwunden. Immerhin hat man für diese
Titel beim Erscheinen zw. 100 DM u. 160 DM bezahlt. Für die Importversionen auch
mal gern 180 DM. Natürlich kommt das Angebot so langsam in Schwung. Doch ist es
für eine Einführungsphase nicht etwas zu lange ? Frägt man heute jemand, was er
von Videospielkonsolen weiß, so kommt zu 95 % die Antwort: Playstation ! Sicher,
ich möchte nicht ein Vergleich der Konsolen erneut ansprechen - beide sind gut,
doch gerade die europäischen Spieler müssen doch viel zu lange auf neue und auch
gute Spiele warten. Entweder greift die BPjS ein (GOLDEN EYE) oder die Umsetzung
dauert zu lange (1080 SNOWBOARDING). Von einem guten Spiel im Monat, kann man
doch wahrlich nur träumen. Auf der anderen Seite werden in den div. Magazinen
oft die Importversionen getestet, da diese dann Monate früher erscheinen. Die
Redakteuere sind genauso "heiß" auf neue Spiele wie wir "normalen" User. Sicher,
dies ist bei der PS oft nicht anders. Doch die Auswahl an qualitativ
hochwertigen Spielen ist (noch) höher. Immerhin nutzen die Programmierer die
Möglichkeiten der PS meißtens oft viel mehr als die des N64. Warum haben nur 2
Drittanbieter den Original-Zugriffscode auf die N64-Hardware. Die Firma RARE
oder ACCLAIM zeigt, neben NINTENDO, was möglich ist. Die Spiele dieser Firmen
kann man doch fast bedenkenlos kaufen. Sicher kommen die anderen Entwickler-
firmen so langsam an die Qualität was Grafik u. Sound angeht heran, doch dies
bedeuted, daß eigene Tools und Programme entwickelt werden müßen.
Kompressionsroutinen etc. brauchen Zeit u. Geld und die Modulkosten sind auch
höher. Also verschiebt sich ein Release immer weiter nach hinten. So manche
Firma spezialisiert sich dann auf einen Genre: Sport oder Prügelspiele, die die
Masse eben anspricht, versprechen Gewinne. Doch auch das Prüfsystem von BIG N
trägt zu Verschiebungen bei - siehe BODY HARVEST. Sicher hat das alleinige Sagen
von der Zentrale in Japan aus etwas nachgelassen, seitdem z.B. NINTENDO OF
EUROPE mehr Entscheidungsspielraum bekam, die Auswirkungen zeigen sich jedoch
erst in Monaten - wenn nicht erst nach Jahren. Falls in 12 Wochen der DREAMCAST
in Japan erscheint (?!), dann wird das N64 noch mehr Boden im Ursprungsland
verlieren. Falls NINTENDO dann immer noch auf seinen guten Ruf baut und hofft,
die Spiele würden sich auch so verkaufen, tja dann wird der Software-Markt für
das N64 in zwei Jahren wie bei SEGA SATURN heute aussehen - nämlich schlecht.
Bereits heute werden selbst Spiele, die gut und gern noch 10 Monate (!) bis zum
Erscheinen der Japan-Version (!) brauchen, beworben. Selbst ein Spiele wie
PERFECT DARK von der Qualitäts-Schmiede RARE wird wohl erst in 7 Monaten zur
Verfügung stehen. Doch kein Magazin mag auf die spärlichen Infos verzichten,
halten sie doch die Käuferschicht bei Laune. All das ist gut und schön, doch ich
will nicht nur motzen, sondern auch Vorschläge bringen. Wie wäre es, wenn BIG N
mit seinen enormen Know-How diese Drittanbieter unterstützt. Eventuell sogar
dementsprechende Kurse und Schulungen anbietet - natürlich kostengünstig oder
gar umsonst. Auch die Freigabe der Programmiercodes würde selbst kleineren
Firmen helfen, gute oder zumindest bessere Spiele relativ zeitnah zu entwickeln.
Auch wäre eine Art von Firmendarlehen für solche Entwicklerfirmen denkbar, damit
die nötige Hardware und das Personal eingestell werden kann. Ebenso wäre eine
zeitlich befristete Überlassung von Profis an diese Firmen möglich. Sinnvolle
und qualitätssteigernde Zusatzgeräte wie die 4 MB-Erweiterung für die RAM
sollten bereits heute einzeln erhältlich sein oder eventuell doch noch das 64DD
für einen "Kampfpreis" von 100 DM, aufrüstbar für das Internet. Die Werbung muß
gesteigert werden - TUROK 2 Screenshots oder Animationsfilme bei RTL oder SAT1,
nicht nur einen Gameboy auf einem Trickfilmkanal oder bei SuperRTL ! Sicher
macht die Indizierung da Probleme, doch wo ein Wille ist ... .
Viel Spaß noch beim Spielen der (noch) wenigen Highlights auf dem N64. ZELDA
wird kommen ... .
Gruß Oliver
Hallo Ihr N64-Spieler !
Wie wäre es mit einer Heldin à la Lara Croft auf dem N64 - denkbar auf zwei
Riesencartridges für 200 DM ? Neuerster Sprachkompression mit Sprachausgabe u.
genialem Sound verbunden mit günstigen Spielen. Sicher würde BIG N
anfangs weniger verdienen, doch das zahlt sich am Ende aus. Eine gute Licht-
oder Laserpistole nebst gutem Spiel, ein CD-Rom-Laufwerk für Sound und eventuell
Hintergrundgrafik als Zusatz für 150 DM. All das würde sicherlich gekauft
werden. Doch ohne Angebot gibt es eben auch keine Nachfrage, die befriedigt
werden könnte. Ebenso muß mehr Marktanalyse betrieben werden. SONY legt der
Demo-CD ein Umfrageblatt mit bei. Füllt man es aus, bekommt man zusätzlich eine
Demo-CD mit den neuesten Spielen. Hat man erst die Anschriften, kann man gezielt
die Käufer anschreiben und per Gewinnspiel zum Ausfüllen der Fragebögen
verleiten. Unterschiedliche Märkte in Europa/USA und Japan erfordern ein unter-
schiedliches Entwickeln von Spielen. Rosa Monster und Anglerspiel in Japan -
O.K., ballerfreudige Heldin und Gruselspiele in Europa u. USA. Das Konzept würde
aufgehen. Jedoch müßte NINTENDO erst sehr viel investieren. Erst nach ein bis
zwei Jahren würde man das große Geld verdienen. Als Nebeneffekt wäre man aber
für eine PS 2 oder DREAMCAST gerüstet und könnte in Ruhe das Projekt X oder das
N128 DVD entwickeln ... .
Bis dahin ist es ein langer Weg und ich befürchte, daß auch in der nächsten
Zukunft Spiele angekündigt werden, die Entwicklung uns aber warten läßt. Die
Zeiten ändern sich und wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit ... .