
Leserbrief von
Markus Hasch.
Am besten lassen sich meine Gedanken anhand einer Analogie zu Brettspielen
und zum Sport erklären. Alle drei sind Freizeitbeschäftigungen die von den
Deutschen in ähnlichem Ausmaß betrieben werden dürften (wobei der Sport hier
natürlich etwas
verbreiteter sein dürfte). Da Videospiele dank des enormen Zuwachses an
Leistung bei den Geräten immer realitätsnäher werden ist auch die Komplexität
mittlerweile ähnlich einzuschätzen. Die Medienwirksamkeit ist beim Sport
natürlich hoch, bei Brettspielen sicher gering (mal von einigen Übertragungen
von Schachpartien in den dritten Programmen) und bei den Videospielen ist
zumindest die Medienpräsenz (womit ich jetzt hauptsächlich das Fernsehen meine)
ebenfalls gering, obwohl ich
die Medienwirksamkeit viel höher einschätzen würde. Bleibt noch ein
letzter Punkt: die Infrastruktur.
Vielleicht seid ihr hier ja aber besser informiert.
Aber dies ist auch der entscheidende Punkt miener Überlegungen: meines
Erachtens wird hier bisher die Chance vergeben eine neue Entwicklung bezüglich
Attraktivität und Komplexität von Videospielen zu nutzen. Nicht nur für das
Fernsehen wäre dies ein Gewinnträchtiges Unternehmen, wenn man sich überlegt
wieviele Kids in den Kaufhäusern
die Konsolen belagern ,sondern auch für die Spieler wäre eine größere
öffentliche Verbreitung unseres Hobbies von Vorteil. Man stelle sich vor: Ligen,
die in deutschen Meisterschaften, vielleicht sogar in Weltmeisterschaften
gipfeln, die vom Fernsehen live übertragen werden, Teamkämpfe, zwei gegen
zwei bei ISS98 oder eine Meisterschaft in 1080 Snowboarding oder einem
Formel1-Spiel.
Viele Grüße
Hallo Zusammen
Beim Sport, historisch gewachsen ist diese natürlich überragend,
nicht zuletzt aufgrund des Vorhandenseins von Vereinen, die nahezu jede
Sportart in jeder kleineren Stadt anbieten. Bei Brettspielen begrenzt sich das
Ganze meißt auf sehr regionale Initiativen, hier und da mal Treffs, was ja
wohl auch für die Videospielszene gilt. Hier haben sich aber einige
Veranstalter zusammengetan und haben
zentral organisierte regional Meißterschaften, die letztendlich in einer
Deutschen Meisterschaft gipfeln organisiert. Es gibt also seit mehreren
Jahren eine Deutsche Brettspielmeisterschaft. Dies ist soweit mir bekannt bei
Videospielen nicht gegeben.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir würde sowas viel Spass machen.
Aber hier ist auch das Problem an der Sache: Die Fehlende Infrastruktur: es
wird (meines Wissens) nichts zentral organisiert. Es werden aber auch keine
Vereine gegründet (was nützt das auch, wenn man keinen Gegner hat, gegen den
man antreten kann...). Und an diesem Punkt müßte irgendwie angesetzt werden
um eine Bewegung in Gang zu bringen, die es eigentlich längst schon geben
müßte (und die es vielleicht irgendwann evt. via internet zwangsläufig geben
wird, aber so sicher bin ich mir da nicht).
Ich habe mich mit meiner Vision, die meines Erachtens keine Illusion ist,
an euch gewendet weil ihr meines Erachtens zunächst mal die kometentesten
Ansprechpartner seid. Vielleicht kann sich ja hieraus eine Diskussion
entwickeln, die der Samen für mehr ist.
Markus Hasch