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SWITCH Wolfenstein II: The New Colossus
 
 
Wolfenstein II: The New Colossus - SWITCH
Matthias Engert (29.07.2018)

SYSTEM: SWITCH-PAL
ENTWICKLER: Bethesda
GENRE: Shooter
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 65MB (8GB)
DOWNLOADS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
MP-MODI: Keiner
SPRACHHÜRDE: Gering
ALTERSFREIGABE: USK18
5.1/DD/HD: Ja/Nein/1080p
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Über die Thematik Neuauflagen oder Ports haben wir uns ja nun schon ein ums andere Mal ausgelassen. Heute können wir uns mal wieder über die andere Seite der Medaille unterhalten. Neue Titel, die nicht aus der Indie Schmiede kommen, oder schon eine 10jährige Historie haben. Zwar ist auch hier die Switch Version die letzte Ausgabe eines aktuellen Titels, aber im Falle von Wolfenstein II sehe ich das jetzt nicht so negativ. Bin nach wie vor überrascht, dass Bethesda die Switch Jünger regelmäßig mit ihren Blockbustern überrascht. Auch wenn mit Doom und Skyrim nun keine brandneuen Spiele bisher den Weg auf die Switch fanden. Dennoch kommen Nintendo-only Spieler mal in den Genuss solcher Perlen, die bisher immer anderen Plattformen vorbehalten waren. Dass es sich dazu auch mal um Titel handelt, die den erwachsenen Gamer ansprechen, rundet das positive Vorgeplänkel ab. Mit der Vorgeschichte der Wolfenstein Reihe zwar sicherlich nicht unbedingt ein einfaches Thema, zeigen die Entwickler, dass auch solche Titel locker auf der Switch möglich sind. Mit The New Colossus kann man also nun auch daheim und unterwegs Hand an die aktuellen Waffen aus dem Hause Bethesda legen Waffen legen. Was drinsteckt und wohin die Reise Spielspaß-technisch auf der Switch geht, soll euch der folgende Test zeigen.

Menus und die Story....

Wolfenstein II: The New Colossus ist einer der wenigen 18er Titel für die Switch, für den sich ein entsprechender Import aber durchaus lohnt. Sprich es gibt natürlich in Europa 2 Versionen. In Deutschland und Österreich bekommt man die "zensierte" Variante zu kaufen, während man im Rest Europas auf die wirkliche Uncut Version zurückgreifen kann. Mit meinen 47 Jahren bin ich nicht erst seit gestern ein Freund der unzensierten Spiele, so dass die Grundlage für den Test auch die unzensierte Version war. Glücklicherweise brauchen wir unsere Ab18 Ecke ja nicht mehr. ;-) So finden Spieler in der ungeschnittenen Version also logischerweise alle Cut-Szenen und Symbole des Originals. Nachteil dass ihr dann auf die Lokalisierung verzichten müsst und nur der englischen Vertonung folgen könnt. Aber dennoch lohnenswert wie sich zeigen sollte. Ansonsten kommt das Spiel auch aus den Händen der Software Schmiede PanicButton, die ja schon andere Bethesda Titel umgesetzt haben. Technisch wartet auch hier ein 1080er Titel mit dem bekannten Switch 5.1 Sound. Das Spiel kommt fast schon altmodisch nur für einen Spieler daher. Wer also endlich mal wieder ohne Online Zwang allein die Sau rauslassen will, ist hier genau richtig. Zwar unterstützt man vor allem für unterwegs, aber auch daheim die Joy-Cons, für zuhause ist der Pro Controller aber erste Wahl und zeigt sich auch hier mal wieder von seiner besten Seite. Grenzwertig ist mal wieder das Thema Speicher. Denn wie schon öfters auf der Switch, muss man auch hier erst einmal einen größeren DL über sich ergehen lassen. Während das Savegame mit 65MB vergleichsweise human daherkommt, muss für den reinen Spielgenuss ein 8GB großer Download hinter sich gebracht werden. Zusammen mit den 8GB auf der Cartridge ist das Game als 16GB groß. Ein bisschen Platz, oder am besten eine SD-Card solltet ihr also schon zur Hand haben.

Die Hintergrund Geschichte des Spiels ist natürlich nicht erst seit diesem Teil ein sehr spezielles Thema gerade in unserem Lande. Auch wenn das Spiel zeitlich im Amerika von 1961 spielt, gilt es sich natürlich auch in The New Colossus der Nazi-Herrschaft zu stellen. Das sogenannte Regime mit der Anführerin Frau Engel hat Amerika fest im Griff und nur eine kleine Widerstandstruppe versucht sich ihr in den Weg zu stellen. Aber es fehlt noch etwas um wirklich etwas zu erreichen - genau das seid erneut ihr in Person von B.J. Terror-Billy Blazkowicz, der ja schon im Vorgänger für Ordnung gesorgt hat, oder sorgen wollte. Denn genau danach knüpft das Spiel auch an und zeigt in einem sehr langen und gelungenen Intro noch einmal die Vorgeschichte aus dem Vorgänger The New Order, so dass auch Spieler ohne Kenntnisse über The New Order etwas mehr im Bilde sind. Überhaupt ein sehr gelungener Teil im Spiel, da man die Sequenzen 1:1 eingebunden hat, die durchaus jede Menge Dramatik, Emotion und natürlich pure Gewalt übertragen. Aber so das der Spieler mitgenommen wird. Neben der speziellen Einführung, gibt es auch mitten im Spiel einen Abschnitt, der sich mit Billys Kindheit und dem sehr speziellen Verhältnis zu seinem Vater beschäftigt. Durchaus sehenswert und man lässt hier als Spieler keine Sequenz aus. Dazu nimmt man den Spieler mit auf eine martialische Reise des Helden, der zu Beginn noch Rollstuhlgebunden, am Ende natürlich dem Bösen den Garaus macht. ;-) Der reine Spielstart ist nach einer etwas längeren Ladezeit recht einfach gehalten.

Ihr könnt ein Neues Spiel beginnen, ein gespeichertes Fortsetzen, wobei euch unendlich Speicherplätze zur Verfügung stehen. Auch sehr positiv das man später im Spiel wirklich jederzeit Live Speichern kann, was speziell auf den höheren Schwierigkeitsgraden durchaus sinnvoll ist. ;-) Dazu kommen die Optionen für die Steuerung oder dem Anpassen der Achsen und Steuerung an sich, bis hin zur Helligkeitsoption. Auch wichtig das man die Sensibilität der Achsen stufenlos anpassen kann. Jeder Spieler bevorzugt ja ein anderes Tempo beim Drehen und Laufen. Für jede Vorliebe ist hier etwas dabei. Alle anderen wichtigen Dinge schauen wir uns im Spiel an, so dass wir es nun gut sein lassen wollen mit dem trockenen Vorgeplänkel.

Das Gameplay....

Beginnt ihr ein Neues Spiel, dürft ihr zunächst aus 6 verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Spielt ihr das Game einmal durch, bekommt ihr einen weiteren mit dem vielsagenden Titel "Mein Leben". ;-) Mit dem mittleren Grad für den ersten Durchgang macht man aber nichts falsch und findet unterwegs auch angepasst, ausreichend Nachschub an Med-Kits und Munition. Danach folgt die angesprochene lange Einführungssequenz mit dem Rückblick und dem finalen Ausblick auf die aktuelle Situation. Billy liegt im Krankenbett und kann sich nur per Rollstuhl fortbewegen. Sprich die ersten Abschnitte im Spiel läuft man nicht in Shooter Manier durch die Gegend, sondern rollt und ballert aus dem Rollstuhl. Mal was anderes. Was man dadurch kennenlernt ist die Ausgangslocation und spätere Zentrale für eure Missionen. Nichts anderes als General Engels U-Boot "Evas Hammer" ist damit gemeint, das einfach gesagt eine kleine Stadt unter Wasser darstellt. Schiebt eure Vorstellungen über ein U-Boot beiseite. Hier habt ihr mehrere Etagen, Unmengen an Räumen und Wegen, so dass später nicht umsonst viele kleine Nebenmissionen auf dem U-Boot spielen. Zunächst aber geht es darum, sich den Weg freizuschießen. Was natürlich nicht ganz klappt und Billy wird am Ende gefangen genommen und muss nach einem andern Weg suchen, aus der ausweglosen Situation heraus zu kommen. Das passiert über ein spezielles Exo-Korsett, das Billy wieder auf "Beine" bringt und er nun zeigen kann, warum er den Beinamen Terror Billy hat. Willkommen auf Evas Hammer und The New Colossus. ;-) Denn hier trifft Billy auf die ersten Mitstreiter des Widerstands und ihr beginnt wenn man so will die zweite Revolution gegen das Regime. Diesmal allerdings unter anderen Vorzeichen.

Ab hier ist man dann eigentlich erst im eigentlich Shooter Umfeld, sprich viele Eckdaten zeigen sich, so wie es euch jetzt das gesamte Spiel über erwartet. Dabei ist TNC zunächst mal ein sehr typische First Person Shooter alter Garde. Denn in Sachen Fortbewegung, Steuerung und Gameplay unterscheidet sich das Spiel zunächst kaum von herkömmlichen Shootern. Auch mal schön wieder allein, ohne Ranglisten und Online Abhängigkeit die Sau raulassen zu können. Und das merkt man in der UnCut Version von den ersten Metern an. Über Evas Hammer bekommt ihr nun nach und nach die Einsatzmissionen vorgegeben. Sprich ihr müsst natürlich schon eine gewisse Reihenfolge der einzelnen Abschnitte absolvieren. Dabei führen euch die Missionen an die verschiedenen Brennpunkte Amerikas und unter anderem auch zur entfernten Venus-Basis des Regimes. Auch wenn das Spiel 1961 spielt, die Waffensysteme stammen nicht von dieser Welt, um es mal vorsichtig zu umschreiben. ;-) Aber dazu gleich mehr. Innerhalb Amerikas warten überall apokalyptische Gegenden auf euch, so dass man sich immer zerstörten Gebieten, diversen Höhlen und Bunkerlandschaften umher treibt. Angefangen im total zerstörten New York, über Roswell bis hin nach New Orleans wird euch dabei der Weg führen. Alle festen Missionen haben am Ende nur ein Ziel, die Vernichtung des Regimes und den Tod General Engels. Aber und das spricht auch für das Spiel, ist der Nachgang fast noch spannender als das Hauptspiel. Denn hat man das Hauptziel des Spiels geschafft, warten in den Bonusmissionen 16 Regime Oberkommandeure darauf, von euch gefunden und eliminiert zu werden.

Zwischendurch warten die angesprochenen Nebenmissionen, die man auf Evas Hammer annehmen oder auch direkt lösen kann. Dazu kann man auch diverse Freizeitaktivitäten angehen und sich unter anderem einem Schießstand auf der Jagd nach dem Highscore widmen, oder im Freizeit Casino des U-Boots unter anderem das verpixelte Original der Serie spielen. Gott so haben wir mal angefangen. ;-) Aber ehe man hier und da die Wahl hat, darf erst einmal das Hauptspiel angegangen werden. Dazu bekommt Billy jedes Mal ein Briefing, wohin ihn die Reise führt und was die Aufgabe der aktuellen Mission ist. Meist ist es natürlich das Finden und Eliminieren bestimmter Personen, dem Zerstören diverser Anlagen oder der Sabotage. Nach immer etwas langen Ladezeiten landet man am Beginn der aktuellen Mission. Man bekommt hier und da über Funk aktuelle Informationen zum Geschehen, hat aber auch genügend eigene Möglichkeiten, um sich auf dem neuesten Stand zu halten. Zum einen kann man per Pausenmenü die Karte aufrufen, sofern man diese als sammelbares Item gefunden hat. Ebenso kann man per Kreuz unten den Zielpunkt aufrufen, der euch grob zeigt in welche Richtung es geht. Mal abgesehen von nutzbaren Möglichkeiten in den Arealen sich frei zu bewegen, ist der Weg aber insgesamt relativ linear. Man muss auch selten mal zurück, so das Angriff und nach Vorn die meist genutzten Schlagwörter sind. ;-)

Dabei ist auch das Vorankommen sehr gut gemacht und zu Beginn fast immer noch am spannendsten. Denn man erwartet euch nicht und die leisen Schleicher unter euch kommen auf ihre Kosten. Begleitend dazu greift immer das gleiche System. Alle Abschnitte im Spiel bieten mehrere sogenannte Wachkommandanten. Solange diese am Leben sind, wird es immer Nachschub an Soldaten in den Levels geben. Dafür gibt es eine Anzeige im Screen mit einer Zahl, die angibt wie viele aktive Wachen umherschwirren. Sobald ihr entdeckt werdet, gibt es Alarm und die Anzeige wird rot. Dazu ertönen Sirenen und damit startet das gesamte Programm an Alarmstimmung. Jetzt heißt es nur noch die Waffen warm zu halten. ;-) Sofern sie euch noch nicht entdeckt haben, kann man noch versuchen Gegner lautlos zu killen. Sprich man schleicht sich an, drückt den rechten Stick und per brutaler Animation erledigt man den Gegner. Positiver Nebeneffekt, dass es dafür einen Counter gibt, der die Fähigkeiten des guten Billy verbessern kann. Diese Counter gibt es für alles Mögliche und sind sehr motivierend. Wer z.B. Gegner nur per Kopfschuss erwischt, nur mit Granaten oder mittels Umgebungsobjekten wie Gasflaschen, wird dafür belohnt. Ist aber nicht der einzige Bonuspunkt im Gameplay, der die Motivation hebt. Das reine Ballern ist auch in TNC kein Hexenwerk. Ihr habt ein 2-Handsystem, wobei man doch meist mit einer Waffe herumrennt. Immer sichtbar via First Person, besitzt ihr 6 feste Waffen plus Bonus Varianten, die es in sich haben. In Sachen Standard reicht das von der Pistole über 2 MG-Varianten, bis hin zur Shotgun und einem Granatwerfer namens "Dieselkraftwerk". ;-) Herrliche Wumme, mit der man kleine Minen verschießt, die am Ziel haften und nicht gleich explodieren. Das macht ihr per Fernzündung, wenn ihr das möchtet.

Die Waffenwahl ist im Spiel stark abhängig von den Upgrades, die man ihnen geben kann. Auch das ist ein Pluspunkt des Spiels. Findet man ein Upgrade Kit, so kann man 1 von 3 möglichen Dingen pro Waffe upgraden. Von größeren Magazinen, über mehr Wirkung bis hin zu schnellerem Nachladen reicht das Angebot. Ich für meinen Teil empfand den Sniper Aufsatz für das MG als am lohnenswertesten. Wie schon erwähnt gibt es Munition entweder als herumliegende Kisten, oder aber die Gegner hinterlassen diese nach dem Ableben. Man entwickelt mit der Zeit echt ein Schema bei der Nutzung seiner Waffen. Die Pistole war unbenutzt, bis ich den Schalldämpfer ausgerüstet habe. Das MG bot mit der Zeit nicht nur einen Grund über das Sniperfeature, sondern auch weil es Rüstungsbrechende Geschosse gab. Und die braucht man bei der gebotenen Gegnerschar. Auch hier wieder, vergesst das Jahr 1961. Etagengroße Mech-Warrior und gepanzerte Elitesoldaten mit Zwillingsgun, Flammengeschossen, oder monströsem Hitzestrahl warten auf euch. Hat schon was und bricht auch hier das typische Gegner Gedöns stark auf. Denn auch ihr könnt diese Monsterwaffen temporär nutzen und für allerlei Verwirrung in den Arealen sorgen. Das hat mir gut gefallen. Oder wie wäre es selber einen dieser Mech-Warrior steuern zu können. Im Falle des Kampfhundes könnt ihr das und brutzelt mit einem unendlich schießenden Flammenwerfer die ganze Gegend in inklusive Gegner sturmreif. ;-) Die reine Steuerung ist nicht weiter überraschend. Mit dem linken Stick bewegt man sich, der rechte dient dem Blickwinkel. Ihr könnt euch ducken, aufrecht laufen und später auch Rennen. Auch dafür gibt es Upgrades, die speziell Billy nützen. So könnt ihr mit der Zeit Hindernisse und Kisten im Sprint zerstören, langer unter Wasser agieren, oder mittels des sogenannten Battle-Walkers die Beine nach oben ausfahren, um erhöhte Orte zu erreichen. Oder wie wäre es durch kleine Spalte und Rohre kriechen zu können. Zugegeben etwas weit hergeholt, aber warum nicht.

Sie erhöhen vor allem die taktischen Möglichkeiten Gegner zu umlaufen, um ihnen doch auf der rückwärtigen Seite den Garaus zu machen. Nicht nur hier mit dem typischen 18er Flair. Denn die UnCut verzichtet auf keine Möglichkeit es blutig zu machen. Wer mit der Zwillingsgun einen engen Durchgang verteidigt, watet im Anschluss fast nur noch durch Blut und Körperteile. Spielerisch ist TNC also ein aufgepeppter Shooter mit martialischen Gewaltexzessen beim Erledigen der Gegner. Immer auf der Suche nach Med-Kits und Munition, sowie dem Ende des Areals. ;-) Dazwischen gibt es viele kleine Dinge die gefallen und auch wichtig sind. Erwischt man die Wachkommandanten, hinterlassen sie eine Enigma Karte. Diese sollte man tunlichst aufsammeln. Denn nur mit ihnen kann man später auf Evas Hammer über die dortige Enigma Maschine die 16 Oberkommandanten freischalten und im Nachgang diese Bonuslevel spielen. Dazu gibt es reichlich sammelbare Dinge, die überall verstreut herumliegen. Allein um alle Toys für den wieder enthaltenen Charakter Max zu finden, braucht man diese Abschnitte. Positiv bei allem Gemetzel, das man jederzeit Speichern kann. Dadurch entschärft man so manchen Abschnitt etwas. Geht man drauf, landet man entweder am letzten Savepoint oder beginnt das Level nochmal. Es gibt zwar auch hier und da einen Autosave vom Spiel. Aber selbst ist der Mann, sollte auch hier beherzigt werden.

Die KI ist dabei relativ hoch im Spiel. Entdecken euch die Gegner, versuchen sie nicht immer sofort frontal auf euch zu stürmen, sondern verschanzen sich gerne und wechseln gerne ihre Positionen. Auch das Umlaufen der eigenen Stellung gehört dazu, wenn es Wegetechnisch die Möglichkeit dazu gibt. Fand ich gut und unterstützt auch das eigene Spiel, wenn man nicht einfach nur an der Ecke wartet, bis sich die Gegner wie auf dem Präsentierteller zeigen. Die Areale reichen vom Inneren diverser Bunker oder Anlagen, bis zu zerbombten Freibereichen, die auch verwinkelt sein können. Platz um die Position zu wechseln gibt es also genug, so das auch die Taktiker durchaus zum Zug kommen. Je weiter man im Spiel kommt, umso mehr Möglichkeiten gibt es ja auch durch die persönlichen Upgrades. Das schaukelt sich auch hier sehr angenehm hoch. Dabei ist die technische Seite durchaus gelungen, speziell was die Kollisionsabfrage angeht. Selbst kleinste Lücken sind zum Zielen und schießen geeignet und auch der physikalische Aspekt stimmt, wenn es z.B. um das Granaten Handling geht. Von daher gibt es nix zu meckern. Unterstützt durch die wirklich gelungene Story und Erzählweise taucht man hier sehr gut ein in das große Ganze. Geht man die 16 Oberkommandeure mit an, sitzt man gut 30 Stunden am Spiel, ohne alles erspielt zu haben. Aber zumindest hat man dann der Revolution zum Sieg verholfen. Wer nur den Hauptstrang der Story angeht, kann um die 15 Stunden einplanen.

Grafik & Sound....

Grafisch ist der Titel durchaus mit Licht und Schatten behaftet und zeigt dass man die aktuellen Ports hier und da eben doch nur mit Kompromissen auf die Switch bringen kann. Kümmern wir uns zuerst einmal um die positiven Dinge des Spiels. Frei von Kritik ist die Framerate. Hätte nicht gedacht, das man hier eigentlich null Gründe zum maulen findet. Selbst bei höchstem Aufkommen habe ich keine Ruckler gesehen oder sonstige technische Fehler. Auch wenn die Areale im Inneren allgemein nicht mit extrem hochwertigen Texturen ausgestattet sind, unterstützen sie dennoch das Gameplay sehr gut. Hier und da gibt es aber auch sehr edle Momente. Man spielt gerne mit Licht und Scheinwerfern. Ab und zu fühlt man sich hier an ZombieU erinnert. Auch die Gegnerskins haben mir gut gefallen. Zwar ist die reine Anzahl an verschiedenen Gegner nicht allzu hoch. Was man vor die Flinten bekommt ist recht detailliert gestaltet. Auch die eigenen Waffen zählen zum positiven Teil des Spiels. Ebenfalls gelungen sind die recht emotional geführten Sequenzen im Spiel. Eher negativ fallen mir manche Außenbereiche ein. Hier musste man dann doch schon ein paar Kompromisse eingehen. Speziell die Texturen waren durchaus schwammig und wenig detailliert. Wenig Farbpower und Detailverliebtheit bekommt man des Öfteren zu sehen, die man schon besser machen könnte. Zwar nichts, was jetzt den Spielspaß extrem nach unten zieht, aber dennoch erwähnenswert in meinen Augen. Effekthascherei gibt es in einem Spiel wie diesem dann aber doch genug. Speziell alles rund um die Balleraction kommt da doch sehr speziell daher. Aber wer so ein Spiel haben möchte, erwartet das eben auch. Das 18er Rating hat also nicht nur was mit der Story und dem Regime zu tun, sondern eben auch mit der Tatsache reichlich Blut und fliegende Körperteile zu erleben. Mal abgesehen von manchen Außenbereichen ist der Rest des Spiels aber durchaus gelungen.

Der Sound ist frei von Kritik. Hier haben die Entwickler die Mischung aus anspannenden Musiken und seichten eher spannenden Themen gut hinbekommen. Das zieht sich durch alle Areale und erhöht die Atmosphäre ungemein. Dazu kommen die sehr gelungenen Waffeneffekte, die hier bei den gebotenen Wummen auch sehr wichtig sind. Denn käme das Dieselkraftwerk mit einem Blümchenklang daher, das Ganze würde seine Glaubwürdigkeit verlieren. ;-) Da müsst ihr euch keine Sorgen machen. So wie die Waffen aussehen, so klingen sie auch. Abgerundet von der emotionalen Vertonung der Sequenzen. In der Uncut zwar nicht auf Deutsch, aber dennoch sehr stimmig, rundet gerade dieser Teil den atmosphärischen und emotionalen Bereich ab.

Fazit....

Insgesamt zählt auch Wolfenstein II: The New Colossus klar zu den lohnenswerten Titeln auf der Switch. Das unveränderte Gameplay, die sehr gute Spielbarkeit in Sachen Steuerung und die reine Baller-Action machen auch auf der Switch eine grandiose Figur. Technisch sehr gelungen, muss man hier speziell nur Einbußen in der grafischen Darstellung der Außenbereiche hinnehmen. Der Rest ist stimmig und ist eingebettet in die ungewöhnliche, aber recht emotional erzählte Story rund um Terror Billy und seine Mitstreiter der Revolution. Eine durchaus hohe Spielzeit, wenn man sich den 16 Oberkommandeuren widmet, rundet den sehr guten spielerischen Teil ab. Wer die Uncut spielt, und das empfehle ich durchaus allen Interessierten, erlebt zudem alle Facetten eines Wolfenstein Spiels. Dass es hier ohne Online Feature oder Ranglisten zur Sache geht finde ich nicht negativ. Bekommt man so auch mal wieder die Gelegenheit als Einzelkämpfer die Sau richtig rauszulassen. Zusammen mit Doom, den wir euch in Kürze vorstellen, genau das richtige Double für Erwachsene Spieler auf der Switch.

 

+ Gute Spielzeit/Gameplay
+ Gut erzählte Geschichte
+ Viele Nebenaufgaben
+ Waffenanzahl/Typen
+ UnCut Version über Import
+ Anpassbare Steuerung
+ Entwicklungsmöglichkeiten
+ Speichern jederzeit
+ Sehr gute Vertonung
- Grafik Außenbereiche
- 8GB DL muss nicht sein

GRAFIK: 76%

SOUND/EFFEKTE: 82%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 82%

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