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3DS - Monster Hunter Stories
 
 
Monster Hunter Stories - 3DS
Matthias Engert (10.10.2017)

SYSTEM: 3DS
ENTWICKLER: Capcom/Marvelous
GENRE: Action RPG
SPIELER: 1-2 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
STREETPASS: Ja
1MODUL MP: Nein
SCHWIERIGKEIT: 1-9
SECRETS: Ja
SPRACHHÜRDE: Keine
MIKRO SUPPORT: Nein
ALTERSFREIGABE: USK6
TERMIN: Erhältlich
VIRTUAL SURROUND: Ja
PREIS: ca.40 Euro
SD-Card NUTZUNG: Ja
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE/SPOTPASS: Ja/Nein

   
Einleitung....

Kennt ihr das Phänomen? Ihr spielt mehrere Titel einer Serie und habt innerlich immer noch so ein paar Wünsche. Mit jedem neuen Teil hat man zwar seinen Spaß, aber so der finale Kick fehlt dann doch noch. Für mich persönlich ist ein sehr aktuelles Beispiel die Monster Hunter Serie. Alle bisher gespielten Teile waren unterhaltsam, boten epische Spielzeiten und viel spielerischen Tiefgang. Aber es fehlte immer noch so der letzte Rest, um die Sache richtig rund zu bekommen. Meinerseits dafür verantwortlich war in allen Monster Hunter Teilen einfach das immer fehlende Level- und damit RPG-System in seiner Core Variante. Sprich ein Level Feature des Helden, auf das im Spiel dann immer alles aufbaut. Als man vor einiger Zeit die ersten Infos zum aktuellen Teil Stories zu lesen bekam, schien genau dieser Wunsch in Erfüllung zu gehen. Umgesetzt in einer offensichtlicheren Anime-Grafik, war die einzige Sorge, einen vielleicht recht seichten Titel für die jüngere Zielgruppe zu bekommen. Sprich einen Titel zu bekommen der vielleicht ältere Spieler unterfordert und so vielleicht nur Monster Hunter auf der Packung steht, aber nicht drin ist. Weit gefehlt wie sich zeigen sollte und nicht nur Fans der Reihe sollten unbedingt einen Blick riskieren.

Menus und die Story....

Auf jeden Fall hat sich gezeigt, das Monster Hunter Stories mal wieder ein Spiel war, dass man einfach nicht weglegen konnte und den Testreigen etwas durcheinander gebracht hat. Interessant ist hier die Entwickler Thematik. Denn neben Capcom war auch die Firma Marvelous mitverantwortlich, die eben gerade RPGs für den jüngeren Gamer umgesetzt haben. Diese Mischung scheint hier sehr gefruchtet zu haben. Hierzulande war einmal mehr Nintendo der Publisher, dem wir auch wieder den Umstand der kompletten Lokalisierung verdanken. Texte gibt es wieder genug, die man so natürlich auch jüngeren Spielern zugänglich macht. Und die dürfen sich genauso angesprochen fühlen, wie ältere Spieler. Auch beim Rest lässt man sich nicht lumpen und deckt soweit alle wichtigen 3DS-Features ab. Das beginnt bei einem Mehrspieler-Modus, der sowohl Offline wie Online greift, bekommt eine Streetpass Funktion an die Hand und darf sich über einen gelungenen 3D-Effekt freuen. Des Weiteren dürfen Nutzer des New 3DS den rechten Stick nutzen, um damit im Spiel die Kamera frei drehen zu können. Abgerundet wird das Ganze von einem recht umfangreichen DLC-Bereich, der aktuell natürlich stetig erweitert wird und aktuell kostenfreie Inhalte bereithält. Ein bisschen treu geblieben ist man sich bei der Geschichte des Spiels. Wie schon in den früheren Abenteuern ist sie enthalten, als Drehbuch für einen epischen Actionfilm würde sie aber nicht durchgehen. In uralten Zeiten verbreitete sich eine finstere Macht, der Schwarze Pesthauch, im Land und verwandelte einst friedliche Tiere in blutrünstige Monster. Als alles verloren schien, erschien der noble und furchtlose Kämpfer Redan auf einem leuchtenden weißen Drachen und besiegte den Pesthauch.

Nach einer langen Zeit des Friedens ist der Schwarze Pesthauch zurückgekehrt. Als dein Dorf Hakum von einem Pesthauch-Nargacuga überfallen wird, liegt es an dir - und deinem pelzigen Felyne-Gefährten Navirou - in die Fußstapfen des legendären Riders zu treten. Soweit die etwas übergeordneten Fakten zur Geschichte, zu der natürlich wesentlich mehr gehört. Allein der Aufstieg zum Rider für unseren jungen Helden ist eine Geschichte für sich und wird hier sehr schön erzählt und begleitet euch eigentlich das gesamte Spiel über. Über allem steht hier das Thema Team-Play. Habt ihr früher Monster nur gejagt, unterstützen sie euch nun aktiv und ihr leitet immer die Geschicke über 2 ungewöhnliche Helden, die in der Mischung des menschlichen Charakters und seines Monsters extrem punkten kann. Dementsprechend ist auch der wieder sehr typische Einstieg in das Spiel. Denn wie man es von allen Teilen her kennt, so wartet auch hier ein sehr schön gemachter Render-Vorspann, der euch sehr gut auf die kommenden Geschehnisse einstimmt. Der erste Kontakt ist natürlich wieder mit dem Hauptmenü des Spiels, das euch verschiedene Punkte offeriert. Übergeordnet natürlich die Punkte ein neues Spiel zu beginnen, oder ein gespeichertes fortzusetzen. Leider gibt es im Spiel nur einen Speicherplatz. Wie immer hätten es gerne auch 2 sein können, mit denen man auch mal hier und da etwas ausprobieren hätte können. So muss man wie immer bei einem Speicherstand etwas improvisieren. Dazu kommen auf dem Hauptmenü der Netzwerk-Kampf für den Offline und Online-Mehrspieler, sowie der Punkt DLC. Auch hier gibt es mehr als nur den reinen Download von Daten.

Ihr könnt hier natürlich Online nach neuen Inhalten suchen, aber auch spezielle Codes eingeben, die QR-Variante nutzen und auch das Thema amiibo einbinden. Allerdings vermisst man hierzulande die speziellen amiibos zum Spiel, die man zwar in Form der japanischen Originale kaufen kann. Die deutschen Ausgaben gibt es aber noch nicht. Kleiner Ersatz ist die Möglichkeit auch alle anderen amiibos nutzen zu können, die so zumindest im Spiel allerlei Items generieren, die man in seinem Rucksack gespeichert bekommt und nutzen kann. Was die reinen Download Angebote angeht, kümmern wir uns darum im Mehrspieler und Online-Abschnitt etwas ausführlicher. Soweit sind wir hier also fertig und können uns dem eigentlichen Spiel intensiver widmen.

Technik und Game Play....

Ein weiterer Pluspunkt im Spiel ist die Demo an sich. Wer zunächst mal reinschnuppern will, kann diese im eShop downloaden. Dabei erlaubt man euch den Spielstand der Demo mit in das Hauptspiel zu nehmen. Man macht hier also nichts umsonst und fängt mit dem Hauptspiel nicht wieder bei null an. Finde ich sehr passend und unterstützt zunächst natürlich die Demo und man kann sich einfach schon einmal einen ersten Eindruck holen. Das Hauptspiel wiederum beginnt zunächst sehr seicht und führt euch langsam an das Geschehen heran. Eingeteilt in verschiedene kleine Kapitel, dienen die ersten als Tutorial, so dass man selbst unbedarften das Spielsystem gelungen näher bringt. Wie schon angemerkt, ist das ganze System ungewohnt für ein Monster Hunter Spiel, aber dennoch mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattet und für den typischen Rollenspieler ein gefundenes Fressen. Egal welche Serie da nun dahinter steckt. Das Spiel beginnt mit dem in der Story angesprochenen Überfall auf das Heimatdorf Hakum. Einschneidender Moment für unseren Helden, ist der Verlust seines kleinen persönlichen Monsters Ratha, das er am Ende der einführenden Story-Sequenz zu verlieren scheint, als er eine Schlucht herunterfällt. Aber wie bei vielen Dingen im Leben, nichts ist so wie es scheint. ;-) Aber dazu später noch mehr. Das eigentliche Spiel beginnt 1 Jahr nach diesem einschneidenden Erlebnis. Wieder im Dorf Hakum ist endlich der Tag für unseren Helden gekommen, an dem er ein sogenannter Rider werden soll. Rider sind Menschen, die über einen bestimmten Bindungsritus dazu befähigt werden, mit Monstern zu interagieren.

Um dies zu tun, bekommt der Held einen sogenannten Bindungsstein und ein erstes Monster an die Seite gestellt. Mit diesem muss der Held des Spiels seine ersten Gehversuche absolvieren und das Ritual beenden, ehe das Spielsystem überhaupt so richtig losgehen kann. Aber man bekommt zu Beginn schon einmal viele Details zu sehen. Stichwort Sichtweise im Spiel. Wie man das nicht anders gewohnt ist bisher, bietet auch Stories die Third Person Sichtweise. Ihr bewegt den Helden mittels Schiebepad und könnt die Kamera per Stick frei bewegen. Dabei gibt es nun verschiedene Umgebungsvarianten, in denen sich alles abspielt. Zum einen der riesige Adventure-Teil, bei dem ihr wie gewohnt in der Gegend herumlauft. Knapp 10 mehr oder weniger große Gebiete warten im Spiel, die hier und da ein wenig an Xenoblade Spielchen erinnern und weitaus größer sind, als die früheren Monster Hunter Areale. In diesen gibt es jeweils mindestens 1 größere Hauptstadt, die man besuchen muss und später mehr als genug Wiederholungsbesuche macht. In den Weiten der angrenzenden Areale warten danach die Gegner und einzelnen Aufgaben auf euch. Diese umfassen im Spielverlauf weit mehr als nur Monster zu töten und Materialien zu sammeln. Dazu kommen die reinen Kämpfe gegen unzählige Monster, die spieltechnisch in eigenen Bildschirmen und Umgebungen ablaufen und so nicht mehr mit den früheren Monster Hunter Spielen vergleichbar sind. Dabei besteht nun der erste Teil des Grundgerüsts aus den Story-Quests. Die typischen Aufgaben um alle Gebiete und wichtigen Leute kennenzulernen und sich nach und nach speziellen und mächtigen Gegnern zu stellen. Also erstmal nichts Neues im Rollenspiel-Universum.

Einhergehend damit warten im Spiel ständig neue Nebenquests, die man in jeder Stadt bekommen und annehmen kann. Mal über einen speziellen Aushang, oder auch durch das Ansprechen speziell gekennzeichneter Personen. Das Schöne daran, das man sehr viele gleichzeitig annehmen kann und diese oft "nebenbei" löst. Auch das erinnert an die Vorgänger oder eben auch an das Xenoblade Gameplay. Speziell wenn es darum geht Materialien zu sammeln. Man bekommt plötzlich eine Meldung, das man eine für die Quest ausreichende Menge gefunden hat und kann sie später in jeder Stadt am jeweiligen Quest-Brett Einreichen und Belohnungen einstreichen. Zunächst jedoch sind aber andere Dinge viel wichtiger. Denn habt ihr zu Beginn eine Story Aufgabe angenommen, so gilt es sich auf den Weg zu machen. Anfangs seid ihr nun ausgestattet mit wenig und schwacher Ausrüstung, könnt keine Special Attacken und dürft nur einfache Monster "befehligen". Ihr selber als Charakter dürft nun endlich das angesprochene RPG-Feature erleben und genießen. Ihr startet mit Lv1 und festen Stats in Dingen wie Angriff oder Verteidigung. Ziel ist es natürlich zu leveln ohne Ende, da ihr sonst natürlich nicht durch das Spiel kommen würdet. Hier kommt schon einmal das erste geniale Feature. Monster und Held agieren in dieser Hinsicht getrennt voneinander.

Sprich beide haben völlig eigene Level und Stats. Im Verlauf gibt es Erfahrungspunkte für beide und später noch mehr Monster gleichzeitig. Gibt hier also keinen EP-Teiler. ;-) Das ist schon einmal ein Eckpfeiler beim Thema Motivation und steigert sich im Verlauf noch sehr stark. Wenn beide Leveln, kommen natürlich auch beide zum Einsatz und das Monster ist beileibe kein Alibi-Inhalt im Spiel. Das bleibt ab jetzt bis zum Ende. Alle Kämpfe im Spiel bestreitet ihr immer zu zweit mit dem aktuellen Monster zusammen. Bei bestimmten EXP Grenzen leveln die Beteiligten und werden zunächst für sich immer stärker. Aber und das ist ein weiterer Pluspunkt, beide entwickeln sich in Sachen Attacken. Hier kommt das Xeno oder Pokemon Prinzip zum Tragen und bei bestimmten Levelgrenzen lernen sowohl der Held, aber auch das Monster neue Attacken. Gleich zu Beginn erlebt man so die ersten einfachen Kämpfe, die aber ebenfalls aufzeigen, was hier noch alles in sich greifen wird. Gegner findet man genug und werden stetig neu generiert. Man sieht Gegner frei herumlaufen, berührt diese und der eigentliche Kampf beginnt. Von nun an erwartet euch in Stories ein Rundenbasiertes Kampf-Gameplay. Euch stehen Standard Attacken für das Monster und für den Helden zur Verfügung, könnt aber auch Spezialattacken einsetzen. Diese verbrauchen allerdings spezielle Angriffspunkte, die je nach Kampfverlauf zu jeder Runde verschieden stark aufgefüllt werden können. Diese Specials reichen von Attacken bis hin zu Statusveränderungen und Heilungen. Dazu kann man über das Kampfmenü natürlich auch Items einsetzen. Ziel ist es die Lebensleiste des oder der Gegner auf null zu bringen. Trifft man einen Gegner das erste Mal, so erscheint noch ein Fragezeichen über die Stärke.

Erster Tiefgang im Kampfsystem ist die Art der Attacke. Jeder Gegnertyp ist für eine besonders anfällig. Grundlegend kann man mittels Kraft, Technik oder Geschwindigkeitsattacken angreifen. Sind alle Gegner besiegt, gibt es zum einen Erfahrungspunkte, zum anderen Materialien. Hier kommen natürlich nur bekannte Sachen aus dem Monster Hunter Universum zum Einsatz. Auch logisch da alle Gegnertypen im Spiel aus den Monster Hunter Spielen stammen. Wer die Vorgänger kennt, wird sofort mit den Sachen etwas anfangen können. Sammeln könnt ihr unendlich viele Dinge, die später in den Städten ganz wichtig werden. Einfaches Beispiel ist das Geld. Das verdient man nun über Verkäufe der Materialien oder dem Erfüllen der reichlich vorhandenen Quests. Und Geld, wem sage ich das, kann man auch hier nicht genug haben. ;-) Nun merkt man schnell, dass mit der anfänglichen Ausrüstung nicht viel zu gewinnen ist. Also muss bessere Ausrüstung her. Rein über die Händler in den einzelnen Städten gibt es zwar immer neue Sachen, aber wenig in Sachen Masse. Auch hier gibt es Abhilfe und man sucht den Schmied in den Locations auf, der euch spezielle Quests anbietet, um an Waffen und Rüstungen zu kommen. Dafür gilt es natürlich ganz spezielle Materialien zu finden und ein wenig Kleingeld dabei zu haben. Sehr schön das diese alle visuell umgesetzt sind. Nun reicht mit der Zeit vielleicht auch das Monster nicht mehr aus und man will vielleicht einen mächtigeren Begleiter. Kein Problem. Bis zu 200 Monster könnt ihr gleichzeitig in eurem Bestand haben. Im Spiel warten über 60 verschiedene, die sich euch anschließen und mit denen ihr an eurer Seite kämpfen könnt. Dabei sind aktiv auf euren Reisen immer 5 Stück dabei, die auch alle immer die gleichen Erfahrungspunkte bekommen und die man im Kampf jederzeit durchwechseln kann.

Aber es wird noch besser. Jedes Monster im eigenen Bestand gehört einer Klasse an und kann für sich bis zu 9 mögliche Slots besitzen, in denen Spezialattacken, oder Eigenschaften platziert werden können. Einfaches Beispiel ist ein Monster vom Typ Feuer, dem man die Slots mit zusätzlichen Edelsteinen füllen kann. Xenoblade 1 lässt grüßen. Haben auch diese Feuer als Klasse, steigt die entsprechende Eigenschaft. Oder ihr macht es noch verrückter und platziert "fremde" Edelsteine dort. So kann ein Eis Monster auch mit Feuer umgehen, ihr könnt immun z.B. gegen Gift sein oder könnt die Geschwindigkeit erhöhen. Ihr denkt das wars schon. Keinesfalls. ;-) Man kann Monster opfern und einem anderen die Edelsteine eines anderen Monsters übertragen. Dann verliert man zwar das "gebende" Monster, pusht aber sein Stammpersonal. Aber wie kommt man nun zu neuen Monstern? Auch das ist sehr schön gelöst. Überall in den Arealen verstreut findet man hier und da spezielle Monsterbaue. Kleine Höhlen, die temporär auftauchen und die es in Grau oder Gold gibt. Findet man in den grauen Allerweltsmonster, so warten in den goldenen sehr seltene Monster. Innerhalb eines Monsterbaus gibt es immer ein Nest. In diesen Nestern klaut man ein Ei und trägt es nach draußen. Später in der Stadt kann man dieses Ei ausbrüten und erhält ein neues Monster. Spannend ist immer der Moment des Schlüpfens, was man hier erwischt hat und welche Grundstats der Racker mitbringt. Lv1 haben sie alle, aber allein die Slots für die Specials sind immer wieder anders. 12 Eier gleichzeitig kann man tragen, was vollkommen ausreicht.

Aber auch das wars noch nicht. Die Monster verfügen nun auch noch über spezielle Fähigkeiten abseits des Kampfes. Es gibt welche mit denen kann man Schwimmen, andere können mit einem Sprung Schluchten überwinden, andere graben sich in den Boden, oder klettern Ranken nach oben. Nur so kommt man an alle Ecken der Areale und findet dort dementsprechend auch seltene Materialien. So schaukelt sich das System irre schön hoch. Den absoluten Kick erhält man, als der Charakter nach gut 10 Stunden Spielzeit sein Rathalos Ratha wiederfindet, das im Vorspann die Schlucht heruntergefallen ist. Die Freude ist groß und mit Ratha bekommt ihr nun auch noch die Möglichkeit zu fliegen. Herrlich gemacht, fühlt man sich auch dabei an den letzten Xenoblade erinnert. Das Monster Thema ist eines für sich und ich könnte hier noch zig Features aufzählen. Eines ist aber hier sehr erwähnenswert. Die Art & Weise wie man sein Monster auswählt und ausstattet, wirkt sich sehr stark auf die Kämpfe aus, so dass auch die Tüftler unter euch angesprochen werden. Die Chemie zwischen Monster und euch entscheidet ganz simpel darüber wie stark Attacken sind, wie schnell die SP verfügbar sind und wie hoch die Verteidigung als Beispiel ist. Schon geil gemacht. Neben dem Fliegen ist ansonsten das Reiten erste Bürgerpflicht innerhalb der Areale. Aber selbst wer es mal noch effektiver mag, kann im Spiel ein Schnellreisesystem nutzen. Das passt alles sehr gut und spielt sich einfach ungemein motivierend. Dazu verdient man auch recht gut ausbalancierte Mengen an Erfahrungspunkten. Allein dadurch wird man motiviert. Es gibt Zeiten im Spiel, da rennt man stundenlang nur durch die Gegend um Quests zu erfüllen und Material zu sammeln.

Und selbst hier hat man noch ein tollen Bonusfeature eingebaut. Wer mindestens 10 Monster im Stall hat, kann die inaktiven 5 ständig auf eine eigene Erkundungstour schicken. Je nach Auftrag, den ihr vergebt leveln die Burschen selbstständig und suchen vor allem nach Materialien. Nach 60 - 90 Minuten Echtzeit sind sie zurück und haben mehr als genug Zeug wieder mit, das euch wieder in Sammelquests helfen kann. Oder aber ihr braucht Sachen, um beim Schmied Waffenquests zu lösen. Die Möglichkeiten im Spiel sind einfach immens. Mit der Zeit erhaltet ihr die Chance eigene Produkte herzustellen. Auch hier nichts Neues für MH Cracks und ihr könnt wieder angefangen von zig Trankvarianten, über Bomben aller Art auch weitere Veredelungen selber herstellen. Dazu zieht auch nach gut 20 Stunden die Geschichte an, wenn es darum geht auf den Pfaden des Ur-Riders Redan zu wandern und man den weißen Drachen sucht. Aber ich will hier nicht zu viel verraten. Ich finde genau diese Mischung ist den Entwicklern sehr gut gelungen. Allein die reine Entwicklung der Monster, was man mit ihnen machen kann, wie sich ihre Attacken und Eigenschaften im Kampf machen, damit verbringt man Stunden. Man möchte einfach manchmal nicht aufhören zu spielen und entdeckt irgendwie immer was Neues. Und es gibt immer noch zig Sachen, die man ansprechen könnte, was aber mal wieder den Test sprengen würde. Ein bisschen was sollt ihr ja auch noch entdecken. Ein richtig geiles Spiel, das jeden MH und RPG Fan gefallen wird. Da bin ich mir sehr sicher. Lasst euch diese Perle nicht entgehen.

Grafik & Sound....

Grafisch weht mit Stories ein frischer Wind in die Serie. Denn im Vergleich mit allen anderen Monster Hunter Titeln, hebt sich Stories deutlich ab, ohne jetzt besser oder schlechter zu sein. Legte man früher Wert, auf eine eher edel wirkende Grafik mit HighRes Texturen, so kommt Stories deutlich bunter daher. Nicht unbedingt im negativen Sinne, da auch der hier genutzte Anime-Stil klar seinen Reiz hat und trotz anderer grafischer Umsetzung auch der Wiedererkennungseffekt voll erhalten bleibt. Punkten können im Spiel auf der einen Seite die Gestaltungen der verschiedenen Gebiete, aber auch die Detailgrafik der einzelnen Protagonisten. Sowohl Landschaften mit ihre Wald & Wiesengegenden, Lava und Feuergebieten, über Schnee-Areale, bis hin zu mystischen Dschungeln und Höhlen. Alles passend und sehr stimmig umgesetzt. Highlight einmal mehr die Gestaltung der Monster, die sowohl im Adventure Modus, aber auch in den Kämpfen sehr opulent dargestellt sind. Speziell in Sachen Atmosphäre empfand ich die Umsetzung als sehr gelungen. Ebenso auf der Haben Seite findet man die Heldengestaltung, der wirklich jede einzelne Rüstung im Spiel auch visuell 1:1 trägt. Auch das gehört zur Liebe zum Detail. Das einzige was man wirklich ab und zu sieht, ist ein sichtbarer Grafikaufbau, wenn man auf dem Monster durch die Lüfte gleitet. Aber das gehört klar zum Thema Jammern auf hohem Niveau. Insgesamt ist der grafische Teil sehr gelungen und deckt dadurch ebenfalls eine große Zielgruppe ab.

Der Sound ist äußerst typisch für die Serie und bietet die schon immer gewohnt melodischen Hintergrundmusiken. Positiv das es wieder viele verschiedene Stücke gibt, so dass dieser Teil nicht eintönig wird. Diese hätten auch aus Generations stammen können und sind so recht unverwechselbar. Noch intensiver in Sachen Wiedererkennung sind die Effekte. Egal ob man ein Pilz aufsammelt, sich durch Menüs schlängelt, oder im Kampf diverse Attacken ausführt. Alles hat man irgendwie schon einmal gehört und erkennt mittlerweile einen Monster Hunter Titel allein an den Effekten. ;-)

Multiplayer/Online....

Der Mehrspieler und Online Bereich im Spiel ist in 2 große Bereiche eingeteilt. Zum einem dem aktiven Teil, bei dem man auch selber gegen andere Spieler antreten kann, oder aber der Bereich mit dem DLC, der euch einiges an herunterladbaren Inhalten offeriert. Sehr schön, aber durchaus noch ausbaufähig sind die Quests, die man sich herunterladen kann. Im Moment noch recht knackige und eher wenige, die das Besiegen bestimmter Gegner erfordert. Was fehlt sind in meinen Augen noch so die eher kleineren Aufgaben für die Jäger und Sammler unter uns. Dazu kommen viele Dinge, die eure Rider-Karte für das Streetpass Feature beeinflussen. Sprich Gestaltungsmöglichkeiten, um diese in vielen Bereichen einfach optisch zu verschönern. Man kann sich Regeln für Kämpfe herunterladen, sowie diverse Turniere, die man später im Spiel nutzen kann. Interessant sind dabei die Belohnungen, so dass man dadurch z.B. die Chance erhält im Spiel mit einem speziellen Zelda Rüstungs-Set herumzulaufen. ;-) Da bisher alles kostenlos ist, also durchaus eine empfehlenswerte Sache und soll ja in Zukunft noch stetig erweitert werden. Der reine Mehrspieler ist interessant, aber jetzt kein Killer Feature und erinnert in seiner Form an die Pokemon Spiele. Auch hier habt ihr die Chance mit einem Team von 5 Monstern gegen anderen Spieler in einem 1 gegen 1 Kampf anzutreten. Jeder Kampf, egal ob Offline oder Online zählt dabei für sich und wird in einer entsprechenden Statistik verewigt. 5 Monster aus der eigenen Sammlung kann man so fest mitnehmen, die im Kampf dann auch eine Rolle spielen. Ebenfalls wie bei den Pokemon, kann man die Regeln dabei anpassen. Wer will kann sich z.B. mit Lv5 Dödeln gegen einen wesentlich höherwertigen versuchen, oder versucht im Kampf mit gleichgestellten Monstern, in Sachen Level zum Erfolg zu kommen. Zumindest um mal zu sehen, was andere Spieler so drauf haben und für Monster nutzen, durchaus sinnvoll. Schön das man natürlich alle eigene Inhalte wie Waffen oder Rüstungen auch hier nutzt. Wer denkt er müsse mal ein wenig angeben, kann also versuchen sein Ego zu pushen. Obs gelingt ist dann wieder eine andere Sache. ;-)

Fazit....

Insgesamt bin ich doch sehr angetan und begeistert von Monster Hunter Stories. Gerade das endlich konsequent enthaltene RPG und damit Level-System der Helden machen einen ungemeinen Reiz aus und ziehen einen Rattenschwanz an Features nach sich, die nun auch Sinn machen. Dabei verzichtet man nicht auf Altbekanntes. Materialien, die Jagd und stetiges Rüsten und Upgrades in Sachen Ausrüstung und Attacken lassen das RPG Herz höher schlagen. Es stellt sich genau der Suchtfaktor ein, der vielleicht in den alten Teilen final noch so gefehlt hat. Zumindest ging es mir so, der mit knapp 40 Stunden zwar alles gesehen hat, aber bei weitem noch ungemein viele Quests machen könnte. Sprich man ist auch hier eigentlich nie fertig. Irgendwas gibt es immer noch zu tun, ohne das es dabei langatmig wird. Stichwort Schnellreise System als Beispiel, das hier genau diese Momente eben nicht aufkommen lässt. Ein sehr durchdachtes Kampfsystem und die Bindung des Helden an seine Monster, bieten auch den Tiefgang, den man sich wünscht. Die Evo-Stufen und das Tauschen von Fähigkeiten unter den Monstern,… Man könnte dieses Thema noch weiter spinnen.Ich persönlich finde die Art der Umsetzung hier richtig Klasse. Das Monster Hunter Universum, eben jetzt mal anders umgesetzt, motiviert bis zum Ende und darüber hinaus. Dazu die wirklich große Zielgruppe, die man hier abdeckt. Denn egal ob Jung oder Alt, Spaß haben alle Zielgruppen und man passt einfach seine Spielweise an. Von daher ist Monster Hunter Stories mehr als nur eine Empfehlung wert.

 

+ Neuartiges MH Gameplay
+ Endlich mit RPG Tiefgang
+ Kurzweilig und Motivierend
+ Geniales Monster/Rider Feature
+ 3D Effekt / Kampfumsetzung
+ Reichlich Ausrüstungen/Waffen
+ Quest Gameplay Klasse
+ Gebiete/Monster Vielfalt
+ Viele Eingriffsmöglichkeiten
- Nichts erwähnenswertes :-)

GRAFIK: 83%

SOUND/EFFEKTE: 79%

MULTIPLAYER/Online: 74%

GESAMTWERTUNG: 89%

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