SWITCH 2 Resident Evil Requiem
 
 
Resident Evil Requiem - SWITCH 2
Matthias Engert (21.09.2026)

SYSTEM: SWITCH 2-PAL
ENTWICKLER: Capcom
GENRE: Horror Shooter
SPIELER: 1 Spieler
HANDBUCH: Deutsch
SPEICHER: 128MB (SG)
DOWNLOADS: Ja
SCHWIERIGKEIT: 3-10+
MP-MODI: Keine
Maus-Modus: Nein
SPRACHHÜRDE: Keine
ALTERSFREIGABE: USK18
AMIIBO: Ja
TERMIN: Erhältlich
PREIS: ca.50 Euro
KOMPLETTLÖSUNG: Nein
CHEATS / TIPPS: Nein
ONLINE GAMEPLAY: Nein
RETAIL / E-SHOP: Ja/Ja

   
Einleitung....

Vor vielen Jahren hätte man einen Test für ein Nintendo System zu einem neuen Resident Evil Spiel angefangen mit den Worten, "wird auch mal Zeit Capcom". In der Realität und spätestens mit der Switch 2 fängt man ihn wohl eher an mit dem Satz "wie viel denn noch Capcom". :-) Spätestens seit der letzten Nintendo Direct fühlt man sich als Resi Fan im Schlaraffenland. Mittlerweile sind ja alle Spielbar und man bekommt Ende des Jahres mit dem 2er, dem 3er und dem ultimativen 4er aufgepepptes Futter aus dem Evil Multiversum. Speziell für mich, der mittlerweile einen Seufzer nach dem anderen lässt. Aber wir reden heute nicht über ungelegte Eier, sondern den immer noch aktuellsten Teil der Serie. Ja ich weiß, ist schon eine Weile auf dem Markt, aber darf natürlich nicht vergessen werden. Mittlerweile habe ich ihn 4x durchgespielt, woher auch immer ich die Zeit genommen habe… ;-), und möchte natürlich auch meine Meinung zum Besten geben. Und ja ich oute mich immer wieder gern als jemand, der den 4.Teil über alle Teile stellt. Wollen also mal schauen, wo sich da in meinem Ranking Requiem einordnet.

Menus und die Story....

Dabei ist Requiem auch wieder so ein Teil, der nicht nur einfach als Spiel daherkommt, sondern auch in Sachen Zubehör auftrumpft und allein dadurch sein Ranking auf der Switch 2 zeigt. Capcom ist nicht umsonst mittlerweile ein AAA+ Lieferant. So gibt es neben dem Spiel einen empfehlenswerten Pro Controller im Resident Evil Design und in Kürze auch endlich die entsprechenden amiibos dazu. Auch wenn ich staune das die Figuren bis heute bei uns nicht offiziell erhältlich waren. Requiem selber bringt zunächst mal alles mit, was heute auf der Switch 2 dazu gehört. Sämtliche Grafik- und Soundmodi, sowie eine komplett deutsche Vertonung, die es in sich hat. Auch wenn hier die Qualität in den meisten Spielen stark nach oben gegangen ist, ragt die Synchro hier durchaus noch einen Tick mehr aus der Masse heraus. In Sachen Spielerzahl ist es der typische und auch gewollte Einzelkämpfer Titel. Es spielen zwar 2 Charaktere eine Rolle, wirklich spielbar aktiv ist aber immer nur einer davon. Sollte übrigens durchaus eine Stärke im Spiel sein. Wer das Savegame in der Cloud ablegt braucht 128MB Platz.

Der Capcom Inhouse Titel bringt dabei natürlich eine komplett neue Story mit sich, die allerdings schon mit älteren Titeln zu tun hat und die man im Spiel auch wunderbar miterleben kann. Alles beginnt mit der jungen FBI Agentin Grace Ashcroft, die von ihrem Chef einen Mordfall auf den Tisch bekommt. Sie soll den Mord in einem Hotel untersuchen. Die junge Grace übernimmt den Fall, stellt aber schnell fest, dass es kein Fall sein wird, den sie aus der Distanz untersuchen wird. Wie sie merkt ist der Tatort das Hotel, in dem vor 8 Jahren ihre Mutter starb. Was folgt ist einer Resident Evil Story würdig. Denn wie sich herausstellt, steht der Fall in Verbindung mit dem Pharma-Riesen Umbrella und den Geschehnissen aus dem Jahr 1998. Eine der Überlebenden damals - Grace Mutter, samt ihrer Nachforschungen als Journalistin. So langsam schließt sich der Kreis und die Story wird durch den zweiten Charakter des Spiels dann richtig rund - Leon S. Kennedy. Und spätestens jetzt klingelts auch bei den alten Evil Veteranen. Mittlerweile um die 50 Jahre alt, wird auch er in diesen Fall gezogen und macht Bekanntschaft mit seiner Vergangenheit. Aber eins nach dem anderen. ;-)

Der reine Spielstart ist zunächst unspektakulär. Ihr landet nach einigen kurzen Bildeinstellungen auf dem eigentlichen Hauptmenü. Auch Requiem ist ein Spiel, das sehr viel von Belohnungen lebt. Auch das ist eine Stärke des Spiels und motiviert zum mehrmaligen Durchspielen. Bin ja das beste Beispiel dafür. :-) Final wartet das Hauptmenü mit der Hauptstory, den Punkten Zusatzspiele und Bonus, sowie den Optionen, einem Shortcut zum eShop und dem amiibo Support. Mittlerweile gibt es im eShop neben Kostümen auch den ersten etwas teureren Zusatz. Wirklich helfen tut es spielerisch aber nicht. Das müsst ihr schon allein schaffen. :-) Die Boni reichen von Bildern über Artworks, bis hin zu den Belohnungen, die ihr über das Spiel bekommen könnt. Und da reden wir von echten Spielehilfen. Aber dazu später mehr. Auch den ersten kostenlosen Zusatzmodus "Leon Must Die Forever" schauen wir uns später noch genauer an. Lohnenswert sind hier die Optionen, die euch von der Kamera bis zum Aim viele Möglichkeiten an die Hand geben. Unter anderem auch mit dem Highlight First oder Third Person Sichtweise zu genießen. Aber genug mit dem Geplänkel, wollen nun auch mal endlich reinschauen in den aktuellsten Resident Evil Titel.

Das Gameplay....

Sobald ihr ein Neues Spiel beginnt, dürft ihr zunächst aus 2(3) Schwierigkeitsgraden wählen. Neben Leicht gibt es die Variante Standard in einer Modernen und einer Klassischen Varianten. Unterschiede sind weniger Autospeicherpunkte in der Klassisch Variante und das man dort Farbbänder zum Speichern braucht. Wer denkt das wäre Schwer, dar sich nach dem ersten Durchspielen auf die Variante Albtraum freuen. Da darf dann auch das Frustfell mit auf die Spielecouch genommen werden. :-) Aber da sind wir noch nicht. Habt ihr euch entschieden gibt es erstmal was für die Augen. Exzellente Sequenzen-Kost erwartet euch zu Beginn, wie das gesamte Spiel über. Ihr erlebt wie Grace ihren Fall bekommt und findet euch danach auf den Straßen der Stadt wieder. Ich als Freund der Third Person Perspektive in Evil Spielen staunte wie viele andere auch über den ersten Kontakt mit der Optik. Man könnte fast vergessen das wir uns ja dem Spiel widmen wollen. Wie ihr bereits gemerkt habt, beginnt man das Spiel aktiv mit Grace. Von nun an zieht sich das gesamte Spiel über 5 unterschiedliche Locations und Gebiete, von denen Raccoon City sicherlich der bekannteste und spielerisch für mich auch der genialste Ort war. Das geniale ist nun das ihr immer abwechselnd mit Grace und eben mit Leon unterwegs sein werdet, beide Handlungsstränge aber immer parallel verlaufen. Das macht die Story dichter und vor allem das Gameplay.

Denn eines merkt man schnell, sobald man beide mal gespielt hat. Die Herangehensweise und wie man vorwärtskommt und sich Gegnern stellt, ist bis auf kleine Parallelen sehr verschieden. Einfach gesagt ist Grace der defensive Part mit allerlei Hilfsmitteln, während Leon auf alle Fragen ein Kaliber als Antwort hat. :-) Wirklich aktiv spielt ihr 4 Locations. Die FBI-Zentrale und das Hotel in Wrenwood zu Beginn sind da eher zum warm werden. Dabei ist das System sehr typisch und ihr spielt die Location nacheinander und kehrt nicht mehr an alte Orte zurück. Ein Punkt gerade für uns Sammler. Denn was ihr im ersten Durchgang nicht findet, darf erst im zweiten gesucht werden. Und es gibt einige dieser Suchen & Finden Objekte. Wie schon erwähnt seid ihr frei in der Entscheidung ob ihr nun First Person oder Third Person spielen wollt. Ich habe beides mal ausprobiert, komme aber in Evil Spielen immer wieder zur Third Person zurück. Und wieder kommt die 4er Liebhaber in mir durch. ;-) Wie schon erwähnt erleben beide Charaktere oft die gleichen Locations, agieren dort aber an verschiedenen Orten. Mal kreuzen sich Orte, mal sieht man sie nur aus der Ferne.

Ebenfalls klar getrennt sind die Inventorys. Sprich man legt weder Dinge für den anderen irgendwohin, noch benutzt man die gleichen Truhen oder ähnliches. Einzig ein paar kleine Wegerätsel erlebt man mal, wo z.B. Grace Wege für Leon öffnet. Hätte man vielleicht mehr verbinden können, ist aber aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweise beider Charaktere auch schwer umsetzbar. Von daher nehmen wir es wie es kommt. Spielerisch kommt auch Requiem gewohnt daher und die oberste Bürgerpflicht heißt - Überleben! Beide tun dies auf unterschiedliche Art, so dass hier mehr Spielertypen angesprochen werden. Das ist durchaus wichtig zu wissen. Wer nur Metzeln und Ballern will, erlebt auch langatmige Momente mit Grace. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Spiel und bei beiden gültig ist die Entwicklung. Sei es bei persönlichen Stats bei Grace, oder aber natürlich in Sachen Waffenvielfalt und Stärke bei Leon. Auch hier kann Requiem ungemein punkten und bringt auch echt neue Ideen mit. Und wieder bekomme ich die Kurve zu den Belohnungen und dem tollen Wiederspielwert. Ganz simpel kann man mit Grace eine Waffe freispielen, die ihren Part im zweiten Durchgang extrem einfacher macht. Aber dazu gleich mehr.

Bei beiden gleich ist das Agieren innerhalb der Locations. Einmal dort geht es selten nur von A nach B, sondern ihr müsst ständig Hin und Herlaufen, um alles zu finden, alle Wegerätsel zu lösen, oder eben um alle zu Töten. In dem Zusammenhang auch wichtig, dass Grace und Leon ab dem Sanatorium zu Beginn voneinander wissen. Ist also nicht so, dass beide getrennt agieren und erst am Ende aufeinandertreffen. Das kommt vor allem der Story durchaus zu Gute und mündet dann in einem tollen Finale, das man in verschiedenen Varianten erleben darf. Schauen wir uns beide mal etwas genauer an. Grace agiert eigentlich in ihrem Teil fast ausschließlich mit diversen Hilfsmitteln. Sie besitzt einzig eine Pistole, leidet aber im ersten Durchgang chronisch unter Munitionsmangel. Wer hier auf Waffenaction setzt kommt mit ihr keine 3 Räume weit. Also muss sie sich anderer Mittel bedienen. Glücklicherweise ist die Gegner-Anzahl bei ihr überschaubarer, was aber nicht heißt es wird entspannt abgelaufen. :-) So besitzen beide Charaktere die Möglichkeit Dinge herzustellen. Einer der echten wichtigen und wirklich neuen Aspekte in Requiem.

So findet Grace relativ schnell Utensilien um Blut nutzbar zu machen. Sachen gibt's. :-) Bedeutet hier mit einer bestimmten Menge Blut und kleinen Ersatzteilen kann sie unter anderem Munition, Heilmittel und diverse Spritzen und Molotow-Cocktails herstellen. Alles muss man erst freischalten und die Baupläne dafür finden. Blut findet sie auf verschiedene Weise. Mal in Eimern, mal findet sie Spenderblut in Beuteln, oder sie kann es erledigten Gegnern abnehmen. Sie beginnt mit einer kleinen maximalen Kapazität, die sie bei sich tragen kann, kann aber auch dies durch Upgrades erweitern. Stichwort Erweitern… Der Mangel an allem bei Grace zeigt sich auch beim Inventory und der Anzahl an Dingen, die sich gleichzeitig bei sich tragen kann. Bis zur Hälfte des Spiels immer zu wenig, muss das über versteckte Taschenupgrades erweitert werden. Bei Leon habt ihr dieses Problem später nicht. Bedeutet bei Grace immer wieder Wege zu Truhen, die als Lager Ortsübergreifend genutzt werden können.

Beide besitzen eine Taschenlampe, die zum einen für die typische Evil Atmosphäre sorgt, aber auch um Dinge zu entdecken. Ansonsten läuft man selten an Dingen vorbei und kann auch auf der gut gemachten Karte schauen wo etwas herumliegt. Selbst Orte wo Grace Blut generieren kann sind da eingezeichnet. In Sachen Bildschirmeinblendungen werdet ihr meist in Ruhe gelassen. Waffen und Item Wechsel macht man mittels Steuerkreuz, wo euch auch jeweils die Menge mit angezeigt wird. Gesundheit und aktive Waffe kann man zuschalten oder sieht es sobald man eine Waffe oder ähnliches benutzt. So spielt sich Grace sehr oft eher wie ein alter Metal Gear Titel. Vortasten, schauen wo man unentdeckt lang kommt und wie man vielleicht Orte auf alternativen Wegen erreicht. Natürlich kann sie auch Ballern, aber eben immer mit dem Blick auf die Munitionsanzeige. Ihr könnt dabei Laufen, Rennen, oder auch geduckt agieren. Hilfreich da die Gegnerschaft auch oft auf Geräusche reagiert. Rätsel in dem Sinne findet man bei beiden eher selten. Vielleicht eine Schwäche in Requiem.

Oft sind es spezielle Sachen die man finden muss, um sie woanders einsetzen zu können. Aber nicht im Rätselstil, sondern mehr wie komme ich an Gegnern vorbei, ohne zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Macht aber dennoch Laune, wenn man sich einmal mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, die einem Grace so gibt. Natürlich ist bei ihr mancher Part eher taktisch spielbar. Nie Frontal, sondern immer die Möglichkeiten suchen alternativ an Orte und Dinge zu gelangen. Ganz anders sieht das natürlich bei Leon aus. Die maximal 6 möglichen Waffenfelder im Menü kann man locker ausnutzen. Auch er beginnt mit einer normalen Pistole, findet aber im Verlauf genug Waffen um die Umgebung kurz & klein zu Ballern. Hier merkt man den Wiederspielwert unter anderem an der Fülle an Munition, wenn man weiß wie man bestimmte Ecken meistern kann. Seht mir also manche Verschwendung in den Videos nach, die stammen aus meinem ersten Durchgang. :-) Die Möglichkeiten reichen dann auch von besseren Pistolen, der Shotgun, einem möglichen Maschinengewehr, der Sniper, samt der Requiem als Waffe, die hier den Part der Magnum übernimmt.

Abgerundet wird Leons Arsenal durch ein massives Beil, das hier ungemein aufgewertet wurde. Er kann damit Dinge zerstören und natürlich reichlich metzeln. Für den Alltagsgebrauch gemacht, aber vor allem um Finisher Moves an den geneigten Zombie zu bringen. Sieht nicht nur brachial hier aus, sondern bedeutet auch einen final toten Gegner. Denn wie in vielen Evil Spielen ist ein toter Zombie nicht gleich ein toter Zombie. :-) Auch hier gibt es spezielle Gegner die wieder auferstehen und euch mit überdimensionalen Köpfen nach dem Leben trachten. Da muss dann auch schonmal ein Magazin aus der Shotgun dran glauben. Wie schon erwähnt kann auch Leon basteln und bauen. Mit entsprechenden Teilen reichts auch bei ihm von Heilitems bis hin zu Munition und Handgranaten. Ein echt gelungenes Feature. Glücklicherweise bringt aber auch Requiem das Feature mit, das vor allem den 4er seinerzeit so unverwechselbar machte - die Waffenupgrades. Hab echt lange gewartet, bis endlich in Raccoon City mit ihm das Spiel eigentlich nochmal neu beginnt.

Dann nämlich findet Leon einen speziellen Computer und bekommt die Fähigkeit für jeden Kill Punkte zu bekommen, die sogenannten AP. Jeder erledigte Gegner ist eine bestimmte Anzahl wert, nach denen man mit der Zeit extrem giert. Denn mit diesen AP kann man über den Computer neue Waffen kaufen, oder seine vorhandenen verbessern. In mehreren Stufen erweitert man so Schusskraft, Magazingröße oder kauft Verbesserungen wie Sniper-Aufsätze oder Dinge welche die Stabilität verbessern. Hatte ich den Wiederspielwert schon erwähnt ;-) Auch bei ihm kann man bestimmte Waffen nur nach mehreren Durchgängen des Spiels erhalten, oder kann die jeweils letzten Ausbaustufen nur dann kaufen, wenn man 25 kleine Figuren innerhalb eines Durchgangs findet und zerstört. Das war unter anderem der Grund für einen Neuanfang bei mir. 24 von 25 stand nach einem Durchgang. Aber na gut fangen wir halt nochmal an. ;-) Das ist bei Leon schon ein echt geniales Feature und man freut sich wie ein kleines Kind, wenn man nach langer Metzelei endlich mal wieder an einen Computer kommt.

Zumal Leon auch die Möglichkeit bekommt eine Weste zu erwerben, oder mit der Zeit auch Munition kaufen kann. Für alles braucht man AP und für die natürlich Unmengen an Gegnern. Genau die bekommt man mit Leon auch. Auch hier zieht das Spiel allein dadurch in meinen Augen in Raccoon City an und war nicht umsonst mit seinen 2 Gebieten die für mich geilste Umgebung. Ansonsten erlebt ihr spielerisch viele Facetten, die man in einem Evil nicht unbedingt erwartet. Auch wenn nicht alles überzeugen konnte. Cool fand ich Leons Motorrad Part. Zwar gescriptet, musste man dennoch die Waffen bedienen und hat Laune gemacht. Grace wiederum die man mal als Kind in einer Art Rückblende steuert, fand ich persönlich nicht so prickelnd. Ist aber ein persönlicher Ansatz. Richtig Klasse fand ich einen Abschnitt mit Leon. Natürlich in Raccoon City, wo man auf dem Dach mehrerer Gebäude zunächst ein Call of Duty Szenario erleben kann und bei richtiger Vorgehensweise eine Kanone bedient, bei der allein der Kamerawinkel aus der Luft ungemein Spaß macht. Alle anrennenden Zombies mit einem Mörser zu erledigen hat dann schon was.

Ansonsten kann man zu den Locations nur Gutes sagen. Auch Requiem deckt hier alles ab, was man so erwartet. Die Heilanstalt mit ihrem Villa Feeling oder auch am Ende die technische Ark Location, sind so wie man es erwartet. Abgerundet von Raccoon City, das durchaus weitläufig ist. Dazu gibt es überall mehrere Etagen, die es zu erkunden gilt. Türen die zu Beginn verschlossen sind erst mit der Zeit begehbar werden. Dazu Höhlen und dunkle Ecken überall, die für das typische Feeling sorgen. Auch bei den Gegnern ist alles dabei, was man sich wünscht. Das übliche Kanonenfutter über diverse Zwischengegner, bis hin zu den mehr oder weniger schweren Bossen. Selbst mit Kettensägen und nur dem Beil wird gekämpft, was hier und da auch eine spezielle Note mit sich bringt. Selbst alte Bekannte wie die Licker, um wirklich nur ein Beispiel zu nennen sind dabei. Ebenso gibt es wieder die Abschnitte wo man auch mal unterstützend tätig ist. Vergleichbar mit dem 4er im Schloss, dürft ihr auch hier mal in bester Sniper Manier aus der Ferne Grace vor heranstürmenden Zombie Horden aktiv schützen.

Vom Schwierigkeitsgrad her ist alles machbar. Zumindest wenn man mehrmals durch das Spiel fegt und manche Ecken dann doch etwas genauer kennt. Wer dann denkt er ist der Größte, darf sich gerne am Grad Albtraum versuchen. Hier hat man echt zu tun und auch die Gegner KI scheint mir eine Spur besser und schlauer zu sein. Und wer dann immer noch nach höheren Weihen strebt, kann sich im neuen Zusatz-Modus - Leon Must Die Forever probieren. Verstehe hier manche Kritik nicht, die ich hier und da schon gelesen habe. Es ist komplett Kostenlos und ist einfach ein gelungener Bonus für alle die nur Action mögen. Hier spielt Grace natürlich keine Rolle. In diesem Modus beginnt ihr das Spiel in den dunklen Straßen von Wrenwood und müsst versuchen zum Ende, oder zumindest soweit es geht zu kommen. Problem daran ist vor allem, dass ihr hier nicht Speichern könnt und Heilnachschub begrenzt ist. Zudem beginnt ihr mit einfachen Waffen und habt ein Zeitlimit. Also nix mit entspanntem Lauern und Töten. :-)

Jeder erledigte Gegner ergibt Punkte, die ihr in dauerhaft geltende Upgrades für diese Durchgang freispielen könnt. Dazu gibt es mehrere Wege durch die Orte des Spiels. In allen Bereichen stehen spezielle Portale, durch die man zur nächsten Location kommt. Nur weiß man nicht wo man landet. Im Idealfall in der nächsthöheren Location, wo die Gegner zu Beginn noch machbar sind, oder man überspringt Orte und findet sich im Ark oder Raccoon City wieder. Die Burschen hier sind echt hartnäckig und man hat kaum Ruhe zum Verschnaufen. Nur der taktisch kluge Einsatz der Upgrades und natürlich das eigene Geschick entscheiden darüber wie weit ihr kommt. Ich bin ehrlich, hier bin ich noch nicht bis zum Ende gekommen.

Grafik & Sound....

Grafisch ist Requiem natürlich schon ein Hingucker. Hier muss man den Entwicklern schon Respekt zollen, was sie aus der Switch rausholen. Gibt ja mittlerweile einige Burner auf der Switch 2, die man unserer kleinen Kiste gar nicht zutraut. Aha Effekte erlebt man in Requiem einige. Klar der Beginn mit Grace in Wrenwood, wo man denkt Sequenz und InGame sind fast gleich. Aber auch später gibt es immer wieder extreme Highlights. Die Stelle wo Leon Grace mit der Sniper unterstützt, oder eben auch in Raccoon City. Jede Location hat ihr Flair und untermalt das mit tollen Texturen und teils sehr detaillierten Umgebungen. Dazu natürlich das Thema Lichtverhältnisse, das man hier gut nutzt und sehr typisch für die Serie ist. Geht aber hier und da auch mal auf Kosten der Animationen. Meist hat man es doch mit reinen sterilen Umgebungen zu tun, wo sich einfach nichts bewegt oder mal was animiert ist. Gerade Dinge wie wehende Vorhänge oder auch mal lebendig wirkende Naturumgebungen hätte man vielleicht hier und da einbauen können. Das fehlt mit zumindest ein wenig und hätte manchen Gruseleffekt durchaus intensiver gemacht. Schreckmomente auch aufgrund der oft brachialen Gewalt gibt es aber genug. Hier zeigt sich der 18er Titel von der erwarteten Sorte. Allein Leons Beil trägt stark dazu bei. :-) Alles in allem eine echt gelungene Grafik, die auch für uns ältere Spieler einiges zu bieten hat. Gerade Raccoon City, das RPD im speziellen holen so manche Erinnerungen wieder ans Tageslicht.

Beim Thema Sound und Musik bin ich hin und hergerissen. Echt Top ist deutsche Synchro der Charaktere und auch der Bösewichter. Sehr gut betont und authentisch kommen die extrem gut rüber. Auch Effekte sind frei von Kritik. Seien es Umgebungsgeräusche, die martialischen Schreie und Vertonungen der Gegner, bis hin zu den Waffeneffekten. Da gibt es nix zu meckern. Was mir aber echt fehlt ist Hintergrundmusik. Das ist mir hier viel zu selten. Ich persönlich finde, sie erzeugt bei passenden Stücken nochmals einiges mehr an Atmosphäre. Sie ist hier und da schon dabei, aber für mich zu selten eingesetzt. Auch Raccoon City ist mir da einfach zu still. Seht es mir nach, aber auch hier vergleiche ich das Ganze mit den Sounds im 4er. Allein das Schloss erzeugt heute noch Gänsehaut bei mir und hatte den Gruseleffekt extrem verstärkt. Da bin ich echt auf die Gold Edition gespannt im nächsten Monat. Ist zwar eine sehr persönliche Einschätzung. Aber ich hätte mir hier echt mehr musikalische Untermalung gewünscht.

Fazit....

Insgesamt ist Requiem der erwartete Knaller auf der Switch 2, der in fast allen Belangen restlos überzeugen kann. 2 Charaktere, die man hier sehr stimmig eingesetzt hat und die sich durch ihre völlig verschiedene Spielweise wunderbar ergänzen. Der Titel spricht so mehr Spielertypen an, die denn nicht auf das Flair eines Zombie Titels aus dem Evil Multiversum verzichten wollen. Sehr passende und toll designte Umgebungen, die eben auch durch die Spielweise der Helden anders erlebbar sind. Reichlich unterschiedliche Gegner, die man so viel verschiedene Art & Weisen erledigen kann, machen einfach Laune. Technisch ohne Fehl und Tadel kommt der Titel mit herrlichen Soundeffekten und Vertonungen daher. Für mich immer ein Kriterium ist der Wiederspielwert. Da punktet der Titel immens. Bin selber 4x durch das Spiel gefegt und jedes Mal habe ich neues entdeckt und andere Herangehensweisen an vielen Orten. Das sehr gelungene Belohnungssystem trägt zur Motivation bei und man könnte es irgendwie immer und immer wieder probieren. Das macht den Titel durchaus auch aus. Und durch die Möglichkeiten der DLCs ist ja noch lange nicht Schluss. Insgesamt ein typischer Resident Evil mit viel frischem Wind im Gameplay, einer gelungenen Steuerung und passenden Locations. Abgerundet von 2 unterschiedlich spielbaren, deren Mischung hier den Reiz ausmacht und dadurch auch die Story vorantreibt. Alles in allem ein mehr als lohnenswerter Titel, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

+ Gelungene Spielzeit
+ 2 Charaktere
+ Location Auswahl
+ Grafisch top
+ Schwierigkeitsgrade
+ 2 versch.Gameplays
+ Upgrade Waffen/Inventar
+ Komplett Deutsch
+ Tolle Synchronisation
- Musikuntermalung
- Wenig Rätselkost
- Atmosphärisch kein 4er

GRAFIK: 88%

SOUND/EFFEKTE: 86%

MULTIPLAYER: --

GESAMTWERTUNG: 87%

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