Einleitung....
Hogwarts…wohl eines der bekanntesten Schlösser überhaupt. Jeder verbindet es die direkt mit dem Harry Potter Universum und den Hauptcharakteren Harry, Ron, Hermine, Snape, Dumbledore, Der dessen Name nicht genannt werden darf und meinem persönlichen Liebling, dem Hauself Dobby. Was gibt es heutzutage nicht alles an Artikeln mit den bekannten Gesichtern? Brettspiele, Tassen, Bettwäsche, Klemmbausteine und die gesamte Palette auch ein paar PC-Spiele und alte Konsolentitel reihen sich dort mit ein.
Der neuste Titel, der sich dort mit anbahnt, ist dann jedoch Hogwarts Legacy. Ein Spiel, welches ein Muss für Potterheads darstellt, jedoch aber nicht direkt an Harry Potter anknüpft. Parallelen sind aber deutlich zu erkennen. Auf den allseits beliebten sprechenden Hut müssen wir glücklicherweise nicht verzichten, soweit lässt sich schon vorgreifen. Umso mehr ein absolutes Highlight für alle Fans der Harry Potter Reihe in meinen Augen.
Storyline ....
Sobald ihr das Spiel startet, begebt ihr euch auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit. Genauer gesagt in das 19. Jahrhundert. Ihr seid neu in Hogwarts und startet als Fünftklässler in den Zauberschulalltag. In der ersten Sequenz seht ihr euren Brief von Hogwarts, der als Aufnahmebescheinigung fungiert, ob dieser von einer Eule gebracht wurde, ist hierbei fraglich. :-)
Anschließend gelangt ihr in die Charakteranpassung, die euch zahllose Möglichkeiten bietet und sehr viel Individualität erlaubt. Hierbei muss man im Sinne der Gleichberechtigung auch sagen, dass dies für weibliche, als auch für männliche Charaktere der Fall ist. Haarfarbe, -struktur, Augenfarbe, Gesichtsformen und Hautmerkmale und vieles mehr sind in einer Vielzahl vorhanden.
Nach Abschluss der Charaktereinstellungen und Wahl der Schwierigkeit werdet ihr von Professor Fig im London des 19. Jahrhunderts standesgemäß mit einer Kutsche abgeholt, auf der auch eine weiße Eule zu finden ist. George Osric erscheint und ihr merkt schnell, dass er Professor Fig kennt und ihr steigt nach einer kurzen Konversation zu dritt in die Kutsche ein. Links am Big Ben vorbei und los geht die Reise. Im linken, unteren Teil der Kamerasicht seht ihr einen Schatten, der schnell verschwindet.
Während der Reise erzählt George von Ranrok und Miriam. Ranrok ist ein Kobold, der öfter mal im Streit mit den Zauberern ist. George reicht Fig einen Behälter mit einem Symbol darauf und erzählt, dass er es nicht öffnen kann. Als Fig den Behälter untersucht, sprecht ihr ihn auf das Leuchten an, welches anscheinend nur ihr sehen könnt und er gibt euch das Behältnis, welches sich dann in euren Händen öffnet. Als plötzlich ein Drache zielstrebig die Kutsche angreift, bricht die Unterhaltung vorübergehen ab. Auf einmal erscheinen auch für euch Thestrale vor der Kutsche, die vorher, ohne jegliches Tier gefahren zu sein scheint. Thestrale können nur gesehen werden, wenn man den Tod gesehen hat. Kurz bevor der Drache Feuer spuckt, springt ihr mit Fig aus der Kutsche.
Gemeinsam mit Professor Fig landet ihr in einem Wald, wo er euch das Heilen mit dem Mega-Power-Trank beibringt. Während ihr gemeinsam die Gegend erkundet, erfahrt ihr endlich, warum ihr den Behälter öffnen konntet, aus dem ein Portschlüssel fiel. Ihr besitzt die Fähigkeit alte Magie zu sehen. Dies ist äußerst selten und folglich wohl auch der Grund für die Aufnahme in Hogwarts in der fünften Klasse.
Weiterführend erhaltet ihr eine kurze Einführung zum Basiszauber, den ihr oft brauchen werdet. Mithilfe der alten Magie findet ihr einen Durchgang zu Gringotts Zaubererbank, wo ein Kobold euch willkommen heißt und ihr den Zugang zu dem Verließ von Figs Frau erlangt. Ihr erhaltet eine kleine Tour durch das gesamte Gewölbe, bis ihr dort ankommt.
Als die Tür sich öffnet begebt ihr euch hinein und die Tür fällt hinter euch zu. Nun müsst ihr einen Weg hinausfinden. Ihr lernt zur Hilfe den Enthüllungszauber Revelio. Dieser wird euch im weiteren Spielverlaufs noch sehr hilfreich sein. Nach diesem Prinzip lernt ihr alle zukünftigen Zaubersprüche. Ihr findet eine tieferführende Tür und begebt euch in das eigentliche Verließ. Ihr lernt Lumos um in der Dunkelheit des Verließes zu sehen.
Ein paar Rätsel müssen gelöst werden und ein paar Kämpfe gewonnen. Anschließend findet ihr einen neuen Durchgang mithilfe der alten Magie. Professor Fig gelangt zu euch und erklärt euch ein Denkarium. Dieses zeigt Erinnerungen aus vergangener Zeit. Ihr seht die Gründer Hogwarts, die die Stelle, an der ihr euch befindet, erschufen. Die beiden klären nochmals deutlich auf, dass ihr alte Magie seht. Als ihr euch unterhaltet, erscheint Ranrok.
Ranrok will den Fund aus dem Verließ haben, aber ihr gebt ihr diesen natürlich nicht. Ein Kampf ist also unausweichlich. Ihr findet einen Port hinaus und entzieht euch somit dem Tod. Als ihr erneut in einem Wald landet, beginnt die Melodie aus den Filmen zu spielen und der Titelbildschirm erscheint. Ihr kommt in das Schloss und seid etwas spät für die Einführungsfeier, aber werdet dennoch aufgenommen. Der sprechende Hut landet auf eurem Kopf und euch stehen verschiedene Antworten zur Verfügung. Euch wird ein Haus zugewiesen anhand dieser Antworten. Jedoch habt ihr auch die Möglichkeit ein anderes Haus zu wählen, sollte die Enttäuschung zu groß sein. :-)
Danach die bittere Enttäuschung, dass es dieses Jahr kein Quidditch geben wird. Es gibt im Spiel keine Möglichkeit, auch nicht über Umwege Quidditch zu spielen. Anschließend wird euch der Gemeinschaftsraum vorgestellt und ein neuer Tag bricht an. Ihr erhaltet im gesamten weiteren Verlauf immer wieder neue Aufgaben für die Hauptstory des Spiels, die euch die weiteren Geheimnisse für jede Hüterprüfung verraten. Insgesamt müsst ihr vier Hüterprüfungen absolvieren, um die Hauptgeschichte abzuschließen. Nebenher könnt ihr verschiedene Beziehungsquests und Nebenquests abschließen. Durch die Nebenquests erhaltet ihr immer mal wieder neue Zauber oder Sammelobjekte. Das weitere Spiel gestaltet sich nach der Einführung sehr offen für Erkundungen im eigenen Tempo. Hierbei stehen Hogwarts, das kleine Dorf Hogsmeade und kleinere umliegende Dörfer zur Verfügung. Auch der verbotene Wald ist vorhanden und auch immer wieder eine Reise wert. Das Hauptziel ist und bleibt jedoch die Aufdeckung von Geheimnissen der alten Magie und gegen die Verschwörung dunkler Zauberer und Kobolde anzukommen und sich und seine Mitmenschen zu beschützen und zu befreien.
Das Gameplay....
Es steht eine meist freibewegliche Kameraeinstellung zur Verfügung, um die perfekte Sichtweise zu finden. Die Quests können alle mit Zugehörigkeiten und Abhängigkeiten im Menü nachvollzogen werden und die Belohnungen sind ebenfalls dort bereits sichtbar.
Des Weiteren verwendet das Spiel sogenannte Flohflammen zur Reise über die gesamte Karte. Angelehnt ist dies wieder an die Harry Potter Filmreihe, in der Flohpulver zum Reisen benutzt wird. Flohflammen sparen in diesem Spiel wirklich sehr viel Zeit, da die Spielwelt offen und sehr weitläufig ist. Sobald die Flohflamme einmal durch Vorbeilaufen aktiviert worden ist, kann diese beliebig oft und ohne weitere Kosten oder Rohstoffe verwendet werden. Allerdings empfiehlt sich aufgrund vieler Sammelobjekte auch mal die Erkundung ohne Flohflammen. Von Handbuchseiten bis zu Objekten oder auch neuen Farbschemas für Kleidung gibt es alles zu finden.
Neue Ausrüstungsgegenstände lassen sich flexibel im Menü anziehen und auch das Aussehen verändern. Somit ist man in Hogwarts und Umgebung immer stylisch unterwegs und nicht als Papagei anzutreffen.
Der Wechsel der Jahreszeiten erfolgt immer mit Abschluss bestimmter Quests, wodurch sich eine schöne Struktur ergibt, die sich im ganzen Spiel zeigt. Der Tageszeitwechsel erfolgt zyklisch und kann immer händisch angepasst werden.
Die Kämpfe sind actionreich gestaltet, aber dennoch ausgewogen. Durch die Kombination von Zaubern können erhebliche Mengen an Schaden erzielt werden. Die Abklingzeit der Zauber variiert hierbei je nach Schwierigkeit des Zaubers. Die unverzeihlichen Zauber brauchen hierbei logischerweise am längsten, während Lumos oder ähnliches sofort wieder verfügbar ist. Somit entsteht kein Ungleichgewicht der Kämpfe. Im Kampfsystem ebenfalls integriert ist die alte Magie mit Angriffen, die sich erst durch Kämpfe aufladen müssen, aber auch immer den Gegner direkt auslöschen.
Die Spielwelt ist offen und bietet viele Ecken zum Erkunden und Erforschen. Von Dungeons über Rätsel und feindliche Lager. Wechselndes Ambiente ist durch die verschiedenen Szenen auch vorhanden. Sammeln von Gegenständen spielt eine sehr große Rolle, um verschiedene Quests abzuschließen. Die Fortbewegung kann hierbei zu Fuß, mit dem Besen oder mit Flohflammen erfolgen. Es gibt in Hogsmeade verschiedene Besen zu kaufen und auch der Zauberstab lässt sich individuell anpassen.
Das Menü ist sehr übersichtlich gestaltet und markiert neue Gegenstände, um sie schneller zu finden. Außerdem sind an vielen Stellen Speicherpunkte möglich, sowie auch mehrere Spielstände. Die Übersetzungen ins Deutsche sind auch gelungen und in Text und Sprache gut zu verstehen. Ebenfalls bieten die Einstellungen einen Arachnophobie-Modus, indem Spinnen nicht als diese dargestellt werden, solltet ihr vor diesen Angst haben. Der Schwierigkeitsgrad ist auch einstellbar von Fokus auf die Story bis zu schwierig. Euer Level und Hauswappen sind im Menü auch bildlich dargestellt. Das Spiel arbeitet auch mit Fähigkeitsbäumen, die jedoch recht übersichtlich gestaltet sind. Mit Fähigkeitspunkten, die über Levelaufstiege freigeschaltet werden können, lassen sich verschiedene Zaubersprüche verbessern, um noch mehr Schaden zu erzielen. Auch die Eulenpost, die wir aus Harry Potter kennen ist im Menü eingebunden. Mit der Eulenpost werdet ihr über neue verfügbare Aufträge informiert, um diese nicht zu übersehen.
Im Raum der Wünsche ist euer ganz eigener Rückzugsort, in dem ihr Tränke brauen, Ausrüstung verbessern, Pflanzen züchten und Tierwesen halten könnt. Die Tierwesen müssen hierbei in den schottischen Highlands um Hogwarts gefangen werden. Vom Knuddelmuff bis zum Thestral fühlen sich dort alle wohl. Farben und Beleuchtung passt hierbei der Hauself Deek für euch an, sobald ihr in darauf ansprecht.
Neben der umfangreichen Hauptgeschichte, die sich um die Bedrohung durch den Kobold Ranrok und den dunklen Zauberer Victor Rookwood dreht, gibt es zahlreiche Nebenquests und professorale Aufgaben. Diese bieten zusätzliche Belohnungen wie neue Ausrüstung oder kosmetische Gegenstände und vertiefen die Beziehungen zu anderen Charakteren.
Grafik & Sound....
Grafisch ist das Spiel ein gut gelungenes Storyspiel. Die Auflösung der Figuren und Umgebung, aber auch kleinerer Details wie den Schmetterlingen oder Knuddelmuffs sind gut getroffen. In der großen Halle findet ihr auch die schwebenden Kerzen an der Decke. Ab und zu sind ein paar kleinere Ruckler vorhanden, die aber das Gameplay nicht stark merklich beeinflussen. Die Kampfsequenzen sind sehr flüssig auch bei höherer Komplexität oder mehreren Gegnern. Die reinen Video-Sequenzen zwischendurch laufen auch sehr flüssig.
Die Umgebungen sind sehr liebevoll und detailreich gestaltet und bieten immer wieder kleine Easter Eggs, die an die Harry Potter Filmreihe erinnern. Dazu zählen beispielsweise die Eulenpost, die Hauselfen, die Aufteilung des Schlosses oder die Namen der Läden in Hogsmeade. Auch so manche Professornamen sind recht nah an den uns bekannten Namen aus dem Harry Potter Universum.
Auch die bereits erwähnte Musik zählt zu diesen kleinen Easter Eggs und bereitet immer wieder eine kleine Freude für den Spieler. Das Ambiente wird immer wieder durch passende Musik untermalt und ihr wisst sofort, ob es gerade auf eine Kampfsituation oder eine entspannte Erkundung hinauslaufen wird. Die verschiedenen Schauplätze unterscheiden sich akustisch auch deutlich voneinander, sodass auch hier Abgrenzungen gezogen werden. In Hogsmeade habt ihr wirklich das Gefühl in einem kleinen mittelalterlichen Dorf zu stehen und die Musik der Straßenmusikanten und das Getratsche der Bewohner zu vernehmen. Auch die besprechenden Portraits oder das Geräusch der großen Treppe wurden mit sehr viel Liebe eingepflegt. Genauso, dass Konversationen anderer Schüler und Personen im Vorbeigehen hörbar sind und bei Entfernung auch leiser werden.
Die deutsche Synchronisation ist auch ansprechend gestaltet und bringt die Emotionen klar rüber. Für die verschiedenen Charaktere wurden passende Stimmen verwendet, die den Charakter und sein Dasein sehr gut spiegeln.
Fazit....
Viele Fans haben sich im Vorfeld ein Harry Potter Spiel gewünscht und waren zunächst irritiert, dass keine direkte Verbindung bestehen soll. Durch die vielen Parallelen ist dieses Spiel in meinen Augen jedoch näher an dem Harry Potter Universum angeknüpft als von den Entwicklern gesagt wurde. Durch die viele Erkundung und das Besuchen verschiedener Unterrichte spiegelt sich der Zauberschüleralltag perfekt in diesem Spiel wider.
Das Kampfsystem ist überraschend gut balanciert und sehr innovativ. Die Story hingegen kann abseits der Hauptlinie recht eintönig wirken. Viele der Nebenquests sind sehr linear gestaltet und befassen sich nur damit, Objekte zu sammeln und abzugeben. Die Gegner sind teilweise ebenfalls wiederholend, was ich allerdings nicht als störend empfand.
Die offene und große Welt lädt sehr zum Erkunden ein und bietet viele Möglichkeiten und Geheimnisse. Auch das Erkunden des Schloss Hogwarts lässt Stunden wie im Flug vergehen. Ihr findet dort sehr viele aus den Büchern und Filmen bekannter Orte und Statuen oder auch Bilder. In der Umgebung um Hogwarts zwischen den kleinen Dörfern ist die Welt recht gleich gehalten, was zur Abwechslung allerdings auch mal schön ist.
Die hohe Individualität des Spieles ist hierbei auch als sehr großer Pluspunkt anzurechnen. Dieser Punkt wird vielen Spielern sehr viel Freude bereiten und das Spielerlebnis maßgeblich beeinflussen.
Ebenfalls schon oft bemängelt ist das fehlende Moralsystem. Es ist egal, ob ihr die Beziehungsquests annehmt oder ablehnt, davon wird die Beziehung zu Mitschülern nicht beeinflusst. Auch das Betreten des verbotenen Waldes oder das Anwenden der unverzeihlichen Flüche wird nicht bestraft.
Allgemein lässt sich jedoch festhalten, dass es sich bei Hogwarts Legacy um ein sehr schönes Spiel in Anlehnung an Harry Potter handelt, was durch Liebe zum Detail und der umfangreichen Möglichkeiten besticht. Dazu addiert sich noch die gelungene Hauptgeschichte und gute grafische Umsetzung.
In meinen Augen ist dieses Spiel ein absolutes Must Have für alle Harry Potter Fans und Liebhaber. Es lohnt sich in jedem Falle da ein paar Stunden zu investieren, da es ein Spiel in dieser Art derzeitig nicht gibt.